Oliva bis Alicante:
Selbst organisiertes Frühstück ist zwar nicht so bequem wie sich einfach zum Tisch zu setzen, aber es ist unkompliziert. Außer Kaffee hatte ich für alles gesorgt und konnte zeitig frühstücken. Die Temperatur betrug 19 °C. Der Wetterbericht meldete wieder teilweise Bewölkung bei einer Tageshöchsttemperatur von 31 °C. Dazu Wind mit einer Windstärke von 9 bis 28 km/h mit Windstößen von bis zu 39 km/h. Immerhin ein bissl weniger als gestern.
Zuerst musste ich noch meinen Sattel "reparieren". Der hat auf der Sitzfläche einen Riss. Ich verklebte den Riss mit einem Isolierband. Schaumamal, wie lange das hält. Ich kaufe ungern auf einer Tour einen neuen Sattel. Vor allem würde ich sicherlich nicht "meinen" Sattel finden.
Um Punkt 8 Uhr fuhr ich schließlich los. Ich wäre ja schon früher abfahrbereit gewesen, aber ich musste noch auf meinen Vermieter warten. Der hatte mir gestern 100 Euro Kaution für das Appartement abgeknöpft, die ich heute in der Früh wieder zurückbekam. Mein Navi lotste mich auf dem kürzesten Weg zur N-332, auf der ich fürs erste blieb.
Schwarze Wolken bildeten sich am Himmel. Komisch, dass der Wetterbericht ständig Sonnenschein in Alicante meldet? Ich hatte Gegenwind. Was sonst. Wenn ich also schwarze Wolken habe und in Alicante die Sonne scheint, stimmt irgendwas nicht mit meiner Wetter-APP. Abwarten und Tee trinken.
NEIN! Doch lieber Kaffee? In Gata de Gorgos rief mir auf einmal eine Radfahrerin aus einem Café "Ola" zu. Ich blieb stehen und grüßte zurück. Wir fragten uns gegenseitig, wohin die Reise geht. Und ich machte kurz entschlossen einen Einkehrschwung und setzte mich zu den beiden. Ein doppelter Espresso hat mir ohnehin noch gefehlt. Und die Unterhaltung mit den beiden war richtig nett. Sie waren aus Australien und machten eine Radtour von Barcelona nach Malaga. Sie hatten sich vor 27 Jahren kennen gelernt und unternehmen seither viele Radtouren. Sie waren schon in Australien, viele Male in Asien und auch in Südafrika unterwegs. Alles mit BIO-Bike. Nicht mit dem e-Bike! Und - ich glaub's noch immer nicht - zum 80. Geburtstag ihres Mannes möchten sie von Prag nach Budapest fahren. FAST 80 Jahre alt! Und sie war kaum jünger. Wir tauschten E-Mailadresse und Handynummern aus.
UNGLAUBLICH!
Nach dem Kaffee-Stopp kam der erste Anstieg, dem noch weitere Aufs und Abs folgten. Die N-332 war bis El Verger eine Küstenstraße und verlief danach im Landesinneren. Sie schnitt quasi die Halbinsel zwischen El Verger und Calp ab. Und das Landesinnere ist hier nicht flach.
Landschaftlich war dieser Abschnitt richtig schön. Die schwarzen Wolken verzogen sich wieder, der Himmel wurde immer blauer. Und es waren kaum Autos auf der Straße. Ich fuhr sogar durch einige Tunnels. Und bald hatte ich auch wieder Blick aufs Meer.
Ein Blick auf mein Navi zeigte mir, dass die N-332 nicht nur irgendeine Küstenstraße ist, sondern die einzige Küstenstraße. In den Ortschaften gibt es zwar Uferpromenaden, aber wenn man in den nächsten Ort fahren will, braucht man schon die N-332.
In Benidorm war ich wieder direkt am Meer und fuhr zuerst noch mitten durch die Stadt.
Hier gab es wieder super Radwege! Ein Radweg rechts für meine Fahrtrichtung, ein Radweg in der Mitte für die Gegenrichtung. ROSA! Vor mir fuhr ein Pizzalieferant auf einem e-Scooter. An einer Kreuzung wechselte er auf den mittleren Radweg. Öhm? Ich dachte mir, der weiß sicher etwas, was ich nicht weiß, und fuhr ihm nach. Auf einmal sprang ein Polizist in die Mitte und hielt ihn auf. Ich blieb auch gleich stehen. Ich verstand zwar die Belehrung nicht, wusste aber, worum es ging. Nach 5-minütiger Belehrung stoppte der Polizist den Verkehr, wies uns beide an, den Radweg zu wechseln, und die Autos durften weiterfahren. Gibt’s so was bei uns auch???
Aaaaah das war der Grund! Ab hier geht’s für beide Richtungen in der Mitte weiter!
Außerdem war es Zeit für ein Mittagessen. Ich war bisher immerhin schon 70 km gefahren.
Das Meer verließ ich ab hier nicht mehr. Allerdings gab es den Luxus einer Uferpromenade nur in Ortschaften. Ansonsten fuhr ich auf der N-332.
Alicante erreichte ich um 17 Uhr und fuhr gleich auf der 8-spurige Avinguda de Dénia durch die Stadt und die Küste entlang. Kein Radweg weit und breit, den ich nutzen konnte. Alicante hat schon Radwege, aber die kreuzten meinen Weg bzw. verliefen im Stadtzentrum.
Mein vorgebuchtes Hotel erreichte ich um 17 Uhr 48. Das Hotel liegt bereits außerhalb von Alicante. Die letzten Kilometer ab der Stadtgrenze konnte ich wieder auf einem Radweg neben der Straße fahren.
Der Ex meiner Schwester wohnt hier und holte mich zum Abendessen vom Hotel ab. Bei der Gelegenheit machte er auch ein wenig Sightseeing durch die Stadt!
Mittagessen: Toast in einem Café in Benidorm, dazu 3 kleine Flaschen Mineralwasser.
Übernachtung: Ibis Alicante - Zimmer groß und sauber, WLAN funktioniert super. Mein Fahrrad steht im Konferenzsaal. Preis gehoben.
Abendessen: sehr delikat in einem Lokal am Hafen, 2 Liter Mineralwasser.
Gesamtstrecke 114,74 km
Zeit in Bewegung 7 h 01'
Gesamtzeit 9 h 46'
Temperatur in der Früh 19 °C, tagsüber bis zu 29 °C
am Vormittag zogen schwarze Wolken herum, im Laufe des Tages zunehmend sonnig, windig
Summe aller Steigungen: 910 m
Höhe Oliva: 10 m ü NHN
Höhe Alicante: 15 m ü NHN


























Die beiden 80 jährigen..und das auf bio bike…es gibt schon Menschen die Bewegung als normal empfinden und gesund alt werden. Die KM. welche Du mit dem Rad zurück legst die fahr ich nicht einmal mit dem Auto. Aber dafür siehst Du Dinfe, die man sonst nicht zu Gesicht bekommt👍
AntwortenLöschenGesund alt werden. Genau das machen die beiden! Ich bewundere die beiden sehr!
LöschenDanke :-) Ja, mit dem Rad sieht man Dinge, die man sonst nicht sieht. Das stimmt.