L'Escala bis Malgrat de Mar:
Heute hatte ich echt alles dabei: Piste, C-Straße, GI-Straße (die gibt's auch), N-Straße, Autobahn (Tatsache!), Meer und einfach schönen Radweg.
Der Tag begann mit 18 °C, der Wetterbericht meldete Tageshöchstwerte von 27 °C, Sonne mit ein bissl Wolken. Passt. So lob ich mir das. Frühstück bekam ich leider erst um 8 Uhr, mein Fahrrad konnte ich immerhin vorher schon beladen und startklar machen. Das Frühstück war richtig gut. Gutes Gebäck, Butter, Frischkäse, Käse, Schinken, Wurst, Marmelade (sogar offen). Orangensaft und Wasser, Croissant und verschiedene andere Kuchen und Mehlspeisen. Joghurt, Müsliecke und Fruchtsalat. Alles da, was man sich wünschen kann. Aaaaah und natürlich Kaffee. Der war weniger berühmt. Automatenkaffee. Ich hab schon besseren getrunken.
Um 8 Uhr 23 fuhr ich los. Kreisverkehr - Kreisverkehr - Kreisverkehr - Kreisverkehr. Der vierte war dann der Kreisverkehr, der mich auf die GI-632 brachte. Die hatte ich noch nicht in meiner Sammlung. Was auch immer GI bedeutet, es war einfach eine Landstraße, würde ich sagen. Kaum Autos, also gut zu fahren. Nach 2 km verließ ich sie schon wieder und fuhr auf dem Pirinexus weiter. Heute war er sogar asphaltiert! Ich beginne noch zu staunen!
So könnte meine Route ruhig immer sein. Keine Autos, Asphalt, schön zu fahren und schöne Landschaft. Leider blieb es nicht so. In Torroella de Montgrí ging die schöne Asphaltstraße wieder in Piste über. Ich verließ die Piste, überquerte den Ter und fuhr auf die C-31.
Krabbe am Wegesrand? Die muss sich verlaufen haben. Sie lebte aber noch! Aber ich konnte ihr leider nicht helfen.
In Palafrugell konnte ich sogar kurzzeitig auf einem Radweg fahren, bevor ich zum nächsten Kreisverkehr kam. Weiter ging es auf der C-31. War die C-31 nicht vorhin noch rot? Wieso ist die jetzt blau? Wurde aus rot auf einmal blau? Oh Graus! Bin ich etwa auf der Autobahn? Wie gibt's das denn?
HILFE!!!!!
Und genau da begann es mir zu dämmern. ROT bedeutet Straße. Ob Landstraße oder Schnellstraße oder Autostraße - auf jeden Fall ist ROT keine Autobahn. BLAU sind Autobahnen. Und wenn eine (rote) C-Straße blau wird, mutiert sie zur Autobahn. Hinzu kam aber noch eine zweite Erkenntnis: es gibt in Spanien verschiedene Arten von Autobahnen. Autobahnen mit A-Nummern, mit AP-Nummern und mit AM-Nummern. Die haben alle ein Fahrradverbotsschild. Sie gliedern sich dann noch weiter in mautpflichtige und nicht mautpflichtige Autobahnen, aber das betrifft mich ja nicht. Das hab ich nun mehrfach schon gesehen. Aber die mutierten C-blau-Autobahnen haben kein Fahrradverbot. Das heißt also, ich darf auf diesen Autobahnen mit dem Fahrrad fahren.
Hm ... vielleicht fahr ich in zwei Wochen quer durch Spanien auf Autobahnen und hab Spaß dabei? Heute war mir jedoch mulmig. Ich verließ die Autobahn und studierte googlemaps und mein Navi, wie ich am besten weiterfahren konnte, ohne wieder auf der Autobahn zu landen.
Die Wahl fiel doch wieder auf den EuroVelo 8, der hier auf der Via verde verläuft. Auch wieder eine Piste. Aber eine Piste, die gar nicht so übel war. Ein guter Sandradweg. Auf dem blieb ich fürs erste.
Dieser Radweg führte mich in Palamos sogar wieder ans Meer, das ich seit L'Escala nicht gesehen hatte.
Ein Blick auf mein Navi sagte mir jedoch, dass das nicht so bleiben wird. Der EuroVelo 8 führt wieder ins Landesinnere. Sandradweg die nächste.
In Llagostera war mein Hunger schon ziemlich groß, so dass ich mir 2 Croissants in einem Café samt Kaffee und 1 1/2 Liter Mineralwasser gönnte. Gesättigt und abgefüllt fuhr ich weiter. Piste die nächste. Ich glaub's ja kaum - der EuroVelo 8 nutzt sogar den katalanischen Jakobsweg.
In Vidreres studierte ich noch einmal mein Navi. Aaaaah hier gibt es auch die N-II. Die kannte ich schon. Auffi auf die N-II und auf den Pannenstreifen ... öhm, wieso fährt sich die N-II heute nicht so schön wie gestern? Bergauf? Gegenwind? Das war soooo nicht abgemacht! Trotzdem war ich flotter als auf der Piste unterwegs und erreichte um 16 Uhr 30 Malgrat de Mar und ein paar Minuten später mein Hotel.
Nach dem Einchecken und einer Dusche spazierte ich in den Ort. Malgrat de Mar ist überschaubar, und trotzdem ist hier ein Lokal neben dem anderen und ein Geschäft neben dem anderen.
Ich war zuerst shoppen (Wasser, 2 Bananen und ein paar Proteinriegel) und anschließend Abendessen. Nachos itxis. Hat gut geschmeckt. Ich bin hier in Katalonien, hier wird nicht spanisch gesprochen. Meine Schwester hat mir auch den Tipp gegeben, ja kein spanisch zu sprechen (kann ich eh nicht). Darin sind sie hier eigen, das mögen sie nicht. Anfangs hatte ich es mit italienisch probiert. Die wichtigsten Dinge des Lebens, die man so braucht:
Gelati
Pane
Aqua minerale
Aber kein Mensch hatte mich verstanden. Nun bin ich bei Englisch, und das geht viel besser. Eis kaufte ich mir natürlich auch noch. Bei den Eissorten muss man nur hinzeigen, dazu muss man kein katalanisch können.
Mittlerweile bin ich ziemlich braun gebrannt. Kein Sonnenbrand, einfach nur braun wie schon lange nicht. Die Bräunung passt allerdings genau zu meiner Fahrradbekleidung. Aber daran kann ich nichts ändern.
Mittagessen: 2 Croissants mit Kaffee und 1 1/2 Liter Mineralwasser in einem Café in Llagostera.
Übernachtung: Hotel Ibersol Sorra d'Or (das musste ich jetzt kopieren, das hätte ich nicht abtippen können) - Zimmer sehr groß und sauber, Badezimmer ebenfalls groß, WLAN funktioniert super. Das Fahrrad steht iim Gepäckdepot. Preis in Ordnung!
Abendessen: Nachos itxis, dazu einen Liter Mineralwasser, danach noch ein Eis.
Gesamtstrecke 95,65 km
Zeit in Bewegung 6 h 03'
Gesamtzeit 8 h 18'
Temperatur in der Früh 18 °C, tagsüber bis zu 27 °C
größtenteils sonnig, kaum Wolken, windig am Nachmittag
Summe aller Steigungen: 721 m
Höhe L'Escala: 27 m ü NHN
Höhe Malgrat de Mar: 6 m ü NHN






















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