Sonntag, 10. September 2023

Tag 25: Éguilles bis Aigues-Mortes

Éguilles bis Aigues-Mortes:

Allmählich brauche ich eine Kühlung. Ich hoffe, die Temperaturen werden an der Küste wieder niedriger sein. Da ich diesmal kein Frühstück bei meiner Übernachtung hatte und auch Reiner ein Zimmer ohne Frühstück hatte, vereinbarten wir einen frühen Treffpunkt vor meinem rosa Haus. 7 Uhr!

Ich verputzte die Restln vom Vortag und konnte mir sogar im Zimmer einen Nespresso-Kaffee kochen. Für ausreichend Mineralwasser hatte ich am Vortag ebenfalls gesorgt. Somit war ich um 7 Uhr abfahrbereit. Um 6 Uhr 58 läutete mein Handy: Ich steh vor dem Haus! SEHR pünktlich! Um diese Zeit hatte es tatsächlich erst 14 °C, der Wetterbericht prognostizierte Sonne bei bis zu 33 °C. Die Prognosen spielten im Laufe des Tages ein wenig Ping Pong und bewegten sich bei Tageshöchsttemperaturen zwischen 33 und 49 °C. Die 49 bezogen sich auf Cavaillon. Das lag nicht weit weg von unserer heutigen Fahrt. Ob es dort tatsächlich 49 °C hatte, weiß ich allerdings nicht. Das will ich auch gar nicht wissen. Bei solchen Temperaturen geh ich ein.

Die heutige Etappe begann gleich mit einem Anstieg von bis zu 12 % hinein oder besser gesagt hinauf in den Ort Éguilles. Umfahren konnten wir den Ort nur über eine Schnellstraße oder die Autobahn. Gegen die Einbahn, dann um die Kirche herum, Abbiegeverbote ignoriert man sowieso. Und ähm ja - und wie geht's jetzt weiter? Links oder rechts? Oder geradeaus?


Am besten rechts gegen die Einbahn. Wir waren ja auf dem ersten Teil des Anstiegs auch gegen die Einbahn unterwegs. Ein bissl ruppig erreichten wir die Hauptstraße des Ortes und gleich ums Eck ein Café. Wir stärkten uns mit einem noch warmen Croissant, Espresso und Wasser und fuhren herrlich bergab. Die Belohnung für den knackigen Anstieg :-)

Das herrliche Bergab setzte sich mit einem ebenso herrlichen Flachstück fort. Berge standen heute nicht auf dem Programm. Unsere herrliche Straße war die D17, die so gut wie gar nicht befahren war.





Die D17 mündete in die D572. Unsere D-Nummern wechselten heute ein paarmal. Wir fuhren auch durch ein paar Ortschaften durch. Wir waren genauso wie am Vortag in der Provence unterwegs, allerdings ohne Anstiege.



Nach 67 km waren wir bereits in Arles. Hier peilten wir das erste Lokal an, um Mittagspause zu machen. In einem offenen Kessel brutzelten Hühnerhaxen für eine Paella. Das war gleich Reiner's Wahl. Ich bestellte Hühnerspieße. Reiner hatte sich hier mit seiner Tochter verabredet, die mit dem Wohnmobil von Ibiza nach München fuhr und ihn mitnehmen konnte. Somit bin ich seit Arles wieder alleine unterwegs. Um halb 2 verabschiedeten wir uns, und ich setzte meine Fahrt fort. Ich hatte immerhin noch 52 km vor mir.

Ich überquerte die Rhône und gleich danach die Kleine Rhône und fuhr in Richtung Saint-Gilles auf einer kaum befahrenen Landstraße. Diese Landstraße führte mich durch ein Naturschutzgebiet, durch das Reserve de Petit Rhône oder die Petite Camargue.

Die Kleine Camargue (la Petite Camargue) ist ein Teil der südfranzösischen Küstenebene, verteilt auf die Départements Gard (Region Okzitanien) und Bouches-du-Rhône (Region Provence-Alpes-Côte d’Azur). Im Osten bildet die Kleine Rhone (Petit Rhône) die Grenze zur eigentlichen Camargue. Im Norden reicht die Kleine Camargue über den Canal du Rhône à Sète hinweg bis an den Fuß der Cevennen. Als westliche Begrenzung wird die Stadt Aigues-Mortes angegeben, durch die die Vistre aus den Cevennen zum Mittelmeer fließt, zwischen ihr und der Mündung in Le Grau-du-Roi durch Dämme mehr von den Wasserflächen der Étangs als von Landflächen getrennt.

Die Ausdehnung der Kleinen Camargue beträgt ohne Wasserflächen etwa 200 km², mit Wasserflächen zwischen 300 km² und 400 km². Meine Landstraße führte mich mitten durch dieses Naturschutzgebiet. Ich fuhr Lagunen und Kanäle entlang. Eine richtig schöne Landschaft!








In Gallician erreichte ich den Radweg entlang des Canal du Rhône à Sète, auf dem ich bis Aigues-Mortes blieb. Aigues-Mortes erreichte ich um 17 Uhr 21.






Und hier staunte ich nicht wenig. Ich stand vor einer mittelalterlichen Festungsstadt. Aigues-Mortes ist eine der größten noch erhaltenen mittelalterlichen Festungsstädte. Diese Stadt hat eine richtige vollständig erhaltene Stadtmauer mit einem Wehrturm und einem Tor, durch das man geht, um in die Stadt zu kommen. Hier sind Kirchen, historische Gebäude, die teilweise als Straßenlokale genutzt werden. Ich war beeindruckt!








Enttäuschend fand ich nur das Hotel, in dem ich 12 Euro für das Unterbringen meines Fahrrades im Schuppen nebenan bezahlen musste. Unterbringen im Zimmer ist nicht erlaubt, draußen abstellen geht nicht, ich hätte das Fahrrad nur außerhalb der Stadtmauern abstellen können. Das hab ich natürlich auch nicht gemacht. Somit musste ich mich fügen und 12 Euro für den Platz in der Rumpelkammer bezahlen. Na ja ..

Mittagessen: Carpaccio mit Salat, dazu Gebäck, Hühnerspieße mit Gemüse, 2 Carafes d'Eau in einem Lokal in der Innenstadt von Arles.
Übernachtung: Hotel Le Saint Louis  - Zimmer groß und sauber, Badezimmer groß, WLAN ist sehr lahm, funktioniert teilweise gar nicht. Preis gehoben!
Abendessen: Pizza im Ort auf dem Hauptplatz, dazu viel Wasser.

Gesamtstrecke 117,88 km
Zeit in Bewegung 6 h 33'
Gesamtzeit 10 h 36'
Temperatur in der Früh 14 °C, tagsüber bis zu 33 °C
Sonne pur den ganzen Tag

Summe aller Steigungen: 318 m
Höhe Éguilles: 138 m ü NHN
Höhe Aigues-Mortes: 6 m ü NHN



3 Kommentare:

  1. Das rosé Häuschen ( ohne innenhäuschen) hat mir gefallen
    N….12 Euro für einen tagesfahrradschuppen finde ich arg. Zahlst am Verteilerkästen für 24 Stunden Auto abstellen 4,50…..na ja andere Länder andere (um)Sitten….

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    1. So was hab ich auch noch nie erlebt. Ich hab bisher im Hotel immer eine Möglichkeit fürs Fahrrad gefunden. Ob im Foyer oder im Zimmer oder in der Hotelgarage oder einem Abstellraum. Bezahlen musste ich noch nie dafür.

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    2. Das rosa Häuschen war nett. Das Innenhäuschen dürften sie speziell für Gäste gebaut haben, damit sie Zimmer vermieten können. WC für Gäste kommt noch, hat mir der Vermieter erklärt.

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