Freitag, 15. September 2023

Tag 30: Malgrat de Mar bis Sitges

Malgrat de Mar bis Sitges:

Der heutige Tag begann mit einer riesigen Schlange vor dem Frühstücksbuffet. Das Hotel nahm es sehr genau mit der Uhrzeit. Vor 8 Uhr (leider erst so spät) wurde die Tür zum Frühstücksraum nicht aufgesperrt. Die Hotelgäste warteten in einer Schlange bis zum Stiegenhaus. So etwas hab ich auch noch nicht erlebt. Um Punkt 8 Uhr wurde die Tür aufgesperrt und die Massen stürzten sich aufs Buffet und auf die beiden Kaffeeautomaten. Wie gut, dass es vielfach unüblich ist, Wasser zum Frühstück zu trinken. Daher hatte ich Freiraum beim Wasser und Orangensaft. Irgendwann konnte ich mir auch meine Teller füllen und mir meinen Kaffee holen. Bis ich mit meinem Frühstück beginnen konnte, war es 8 Uhr 25. Das Buffet war allerdings gut, muss ich auch dazu sagen.

Ich habe, wie schon erwähnt, 4 Methoden zur Navigation: Karten, Navi, Handy und örtliche Straßen- bzw. Radwegschilder. Heute in der Früh blätterte ich meine Karten durch. Ich hab bis jetzt kein einziges Mal in meine Karten reingeschaut. Da Papier bekanntlich viel wiegt, sind die Karten für Slowenien, Italien und Frankreich im Hotel geblieben. Und beim Durchblättern fiel mir außerdem auf, dass ich die Spanienkarten sowieso daheim vergessen hatte. Auch egal, mit 3 Methoden komme ich auch gut durch.

Der heutige Wetterbericht meldete eine Regenwahrscheinlichkeit von 50 % ab 14 Uhr für Barcelona und Sitges bei Tageshöchsttemperaturen von 25 °C. In anderen Worten: Gas geben, um den Regen auszutricksen. Um 8 Uhr 57 fuhr ich schließlich los. Mein Hotel lag direkt an der Uferpromenade, somit konnte ich gleich ein Stückerl Uferpromenade genießen,


bevor ich die N-II anpeilte. Ja, die N-II war heute wieder meine Straße des Tages.


Genau meine Destination. Passt :-) Auch wo ich fahren darf und wo nicht, weiß ich nun genau.



Ich bin kein Pferd, ich bin kein Traktor. Somit darf ich!
Diesmal war die N-II richtig schön. Ich fuhr die ganze Zeit die Küste entlang und hatte immer Blick aufs Meer. Viel los war auch nicht auf der Straße. Ich konnte die Fahrt daher genießen.





Ich kam flott voran. Eine kurze Bananenpause gönnte ich mir in einer Bushaltestelle am Wegesrand. Und um halb 12 war ich bereits in Badalona, das bereits zum Großraum Barcelona gehört. Bei einer Tankstelle wollte ich mir ein Eis kaufen. Das gab es leider nicht, dafür kaufte ich mir zwei Wasserflaschen.

Apropos Eis. Wenn man meinen Blog liest, muss man ja glauben, ich ess den ganzen Tag nur Eis. Der Reiner hat mich auch vor ein paar Tagen gefragt: "Wie kann man nur jeden Tag Eis essen und dabei schlank sein? Ich glaub, ich muss bei dir in einen Kurs gehen. Du musst mir erklären, wie das geht."

Darauf hab ich geantwortet: Wenn man täglich um die 100 km mit dem Rad fährt, geht das. Ich verbrenn das. Im normalen Alltag mach ich das nicht. Da würde ich genauso in die Breite gehen.

Barcelona begrüßte mich gleich mit einer Baustelle nach der anderen. Wie das halt so ist in den Großstädten. Aber ich konnte immer auf Radwegen fahren!









In einer Cafeteria mitten in Barcelona machte ich Mittagspause bei einem Toast und 3 kleinen Flaschen Mineralwasser. Während ich meinen Toast aß, wurden die Wolken, die sich schon seit dem späten Vormittag zusammengebraut hatten, immer schwärzer und es begann zu regnen. Anfangs war es nur ein Tröpfeln und ich dachte mir, ich warte ab, bis es aufhört, und fahr dann weiter.




Das sah nun nicht mehr nach Tröpfeln aus. Es schüttete in Strömen. Ich hatte noch 43 km bis Sitges, eine Stunde hatte ich bereits gewartet. Ich packte meine Regensachen aus und fuhr los. Im strömenden Regen auf richtig guten Radwegen durch Barcelona. Barcelona ist eine Großstadt, da fährt man eine Weile. Aber ich hatte immer einen Radweg! Ich war begeistert.


Erst in Port Ginesta am Ortsende von Barcelona war es aus mit Radweg und ich musste auf die (rote) C-31 fahren.


Und die überraschte mich total. Es ging gleich einmal bergauf. An einer Felsenküste kletterte ich höher. Aber ich fuhr auch wieder bergab. Es war ein Auf und Ab mit Kurven und Kehren an der Felsenküste mit Blick aufs Meer. Wenn nicht der strömende Regen wäre. Zeitweise dachte ich, das wird ein Starkregen, der wieder alles wegschwemmt. Sturzbäche kamen mir auf den Bergaufabschnitten entgegen. Die Straße sah zeitweise aus wie ein See. Und das Meer war nur trüb durch eine Wasserwand zu erkennen. Richtig schade!


Ich hätte gerne viel mehr fotografiert. Aber ich war so schon durchnässt genug. Ich spürte, wie meine Regensachen den Regen nicht mehr abhielten. Um 16 Uhr 45 erreichte ich Sitges. Im Vorbeifahren sah ich einen Supermarkt und ging einkaufen. In meiner Bauchtasche stand das Wasser. Ich musste sie erst ausleeren, bevor ich zahlen konnte. Mein Geldbörsel war durchnässt, das Geld war nass. Ich packte den Einkauf in meine Packtaschen und fuhr zum Hotel, das ich um 17 Uhr 40 erreichte. Auch hier strömte das Wasser in den Gassen.


Im Zimmer packte ich alles aus und breitete die nassen Sachen aus. Mein Handy lässt sich nicht aufladen. Wenn ich es anstecke, erscheint eine Warnmeldung, dass Wasser eingedrungen ist. Das brauch ich genau gar nicht! In meiner Lenkertasche stand das Wasser. Darin ist meine Erste Hilfe Tasche und meine Medikamententasche. Alles durchnässt. ABER: Meine Packtaschen blieben erwartungsgemäß dicht!

Da es noch immer regnet, hab ich in der Zwischenzeit Sushi vom Supermarkt und dazu ein Baguette gegessen. Ein Liter Mineralwasser sind ebenfalls weg. Wenn es aufhört zu regnen, mach ich noch einen Spaziergang und trink vielleicht einen Kaffee. Eigentlich meldete meine Wetter APP am Nachmittag, dass der Regen um 20 Uhr aufhört. Nun ist es 21 Uhr. Auf die APPs ist auch kein Verlass.

Ich bin bis jetzt 2.449,67 km gefahren. Meine letzte Pause war in Nizza. Ich bin 9 Etappen durchgefahren. Somit mach ich jetzt einmal PAUSE in Sitges! Wäschewaschen ist notwendig, einmal nicht auf dem Rad sitzen ebenfalls. Und ich möchte mir Barcelona anschauen. Es gibt von Sitges nach Barcelona eine Zugverbindung. 

Mittagessen: 1 Toast und 3 kleine Flaschen Mineralwasser in einem Café in Barcelona.
Übernachtung: Hotel Alexandra  - Zimmer sehr groß und sauber, Badezimmer klein, WLAN funktioniert gut. Mein Fahrrad steht im Zimmer. Frühstück gibt es keines. Aber der Preis ist trotzdem in Ordnung!
Abendessen: Sushi und Baguette vom Supermarkt, dazu einen Liter Mineralwasser.

Gesamtstrecke 99,48 km
Zeit in Bewegung 5 h 51'
Gesamtzeit 8 h 42'
Temperatur in der Früh 16 °C, tagsüber bis zu 25 °C
vormittags sonnig, zunehmend wolkig, starker Regen ab 13 Uhr, der nicht mehr aufgehört hat

Summe aller Steigungen: 779 m
Höhe Malgrat de Mar: 7 m ü NHN
Höhe Sitges: 11 m ü NHN

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