Dienstag, 19. September 2023

Tag 34: L'Ametlla de Mar bis Alcossebre

L'Ametlla de Mar bis Alcossebre:

Ich hatte heute Früh so was von einem tollen Frühstück. Das beste seit langem. Von Gebäck, Käse, Wurst, Schinken, Rohkost, Eiern in allen Varianten bis hin zur Müsliecke und der süßen Ecke alles da. Auch -Säfte, Wasser und Kaffee ohne Ende wurden geboten. Allerdings konnte ich nicht vor 8 Uhr frühstücken. An das späte Abendessen kann ich mich gewöhnen, aber in der Früh würde ich schon gerne spätestens um 8 Uhr unterwegs sein. Aber andere Länder andere Sitten. Das Thermometer auf meinem Navi zeigte 20 °C an. Der Wetterbericht meldete 50 % Regenwahrscheinlichkeit bei einer Tageshöchsttemperatur von 25 °C. Gestern installierte ich eine Regenradar-APP auf meinem Handy. Damit seh ich die Regenfronten genauer und kann ihnen bei Bedarf davonfahren oder so.

Um 8 Uhr 40 fuhr ich gestärkt los. Geradeaus und ich war schon auf meiner Route. Nach den gestrigen Pistenerfahrungen auf den letzten Kilometern bis L'Ametlla de Mar schaute ich heute bei jeder Kurve gebannt auf den Straßenbelag, ob er sich wieder in eine Schotterpiste verwandelt. Aber nichts dergleichen passierte. Der Belag blieb asphaltig oder zumindest betonig, dafür hatte ich heute auf meinem ersten Abschnitt andere Herausforderungen. Auf und ab und auf und ab und noch mehr auf und örks... ein Steigungsgrad von 17 %, der nicht enden wollte. Was soll das? Will mich der EuroVelo 8 wieder im Bergauffahren testen? Einmal musste ich tatsächlich absteigen. Ich hab's nimmer "dertreten". Ohne Gepäck wäre ich sicher raufgekommen, aber mit meiner Beladung musste ich schieben. Wer sein Rad liebt, der schiebt, sagt man. Oder?









Landschaftlich war dieser erste Abschnitt sehr schön. Etwas abseits der Küste, aber das Meer blieb immer in Sichtweite. Und ich war auch fast die einzige auf der Straße. Mittlerweile glaub ich ja schon, dass ich mich dem Ende der Welt nähere. Hier zumindest. Tankstellen haben sowieso geschlossen, da gibt es nur Self Service. Und wenn ich ein Café entdecke, das nicht geschlossen hat, werde ich beim Betreten wie ein Alien angeschaut.

Nach meinen Aufs und Abs kam ich wieder nah ans Meer und fuhr durch kleine Ortschaften.




In Amposta überquerte ich den Ebro und begab mich auf die N-340, die ich schon von gestern kannte.



Um die Mittagszeit kam wie durch ein Wunder wieder mein Hunger ans Tageslicht, und mein Magen begann zu knurren. Ich fuhr gerade durch eine Ortschaft namens Vinaròs und dachte mir, hier finde ich sicher ein Café. Ähm... irgendwie sah dieses Vinaròs nicht gerade einladend aus.




Und da auf meinem Navi ein McD sichtbar wurde, wählte ich diesen für meine Mittagspause. Alles gut, meinen Hunger konnte ich stillen! Da meine neue schlaue Regenradar-APP Wolkenbildung in der Nähe von Vinaròs anzeigte, hielt ich meine Pause kurz und fuhr weiter. Während ich wieder auf der N-340 unterwegs war, sah ich im Rückspiegel immer schwärzer werdende Wolken, während der Himmel vor mir immer mehr blaue Lücken zum Vorschein brachte. Hinter mir die Sintflut, ich blieb trocken.

Alcossebre erreichte ich um 16 Uhr 15, mein vorgebuchtes Hotel, das gleichzeitig ein Restaurant war, 10 Minuten später. Das mit dem Restaurant war leider eine falsche Information. Das Restaurant hat geschlossen. Die Vermieterin diskutierte mit mir via google-Übersetzer über das Frühstück und war schließlich mit 7 Uhr 45 einverstanden. Hoffentlich!

Ich spazierte in den Ort, kaufte mir beim Consum (Tatsache! Hier gibt es einen Consum!) 2 Bananen und 2 Wasserflaschen und suchte mir ein Lokal. Die Kellnerin schaute zweimal auf die Uhr, bevor sie mir erlaubte, mich zu setzen. Bei Aliens muss man halt vorsichtig sein, die kann man nicht überall hinsetzen lassen. Eh klar.

Ich bin hier nicht mehr in Katalonien, sondern in der spanischen Autonomen Region Valencia. Hier spricht man valencianisch oder spanisch. Ich kann beides nicht, daher war die Bestellung meines Abendessens ein wenig schwierig. Bestellen wollte ich Hühnerbrust mit Salat. Ich bekam frisches Baguette mit einem Weichkäse. Sehr delikat! Meine Hühnerbrust und meinen Salat bekam ich jedoch ebenfalls. Und zum Abschluss doppelten Espresso, der auch hier sehr gut ist.

Als ich gerade zahlen wollte, donnerte es, und binnen Sekunden schüttete es aus Schaffeln. Somit wartete ich erst einmal ab.


Nach einer halben Stunde war der Wolkenbruch vorbei, das Gewitter zog ab, und ich konnte zum Hotel zurückgehen.

Mittagessen: McDonald's in Vinaròs wieder mit Chicken McNuggets und einem Haussalat, dazu 3 Flaschen Mineralwasser. Zum Abschluss ein Espresso.
Übernachtung: Hotel-Restaurant Serra D'Írta  - Zimmer groß und sauber, Einrichtung etwas veraltet, Badezimmer klein, WLAN funktioniert super. Mein Fahrrad steht im Speisesaal. Preis in Ordnung.
Abendessen: Überraschungsabendessen im Ort, sehr delikat, 1 Liter Mineralwasser und zum Abschluss ein doppelter Espresso.

Gesamtstrecke 101,15 km
Zeit in Bewegung 5 h 51'
Gesamtzeit 7 h 45'
Temperatur in der Früh 20 °C, tagsüber bis zu 27 °C
anfangs sonnig, zunehmend bewölkt, Gewitter mit Regenschauer erst am Abend

Summe aller Steigungen: 668 m
Höhe L'Ametlla de Mar: 6 m ü NHN
Höhe Alcossebre: 48 m ü NHN

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