Port de Sagunt bis Oliva:
Da ich heute kein Frühstück im Hotel bekam, spazierte ich zuerst in den Ort. Jetzt hieß mein Hotel schon "Hotel Austria 76", natürlich kehrte ich in der Cafeteria Austria-79 ein. Wo sonst. Die hatten schon ab 5 Uhr geöffnet. Sehr zu meinem Vorteil! Buenas dias. Un croissant por favor. Y un Expreso doble, agua con gas. Zum Abschluss bedankte ich mich mit einem gracias und grüßte beim Gehen mit adiós. Helados weiß ich auch schon! Ich lerne dazu!
Satt war ich nicht, aber fürs erste reichte das, um loszufahren. Die Temperatur betrug 17 °C. Der Wetterbericht meldete teilweise Bewölkung bei einer Tageshöchsttemperatur von 31 °C. Dazu Wind mit einer Windstärke von 12 bis 29 km/h mit Windstößen von bis zu 49 km/h. Jesses, schon wieder der Wind. Den hatte ich gestern auch.
Um 7 Uhr 55 fuhr ich los. Rechts zum Kreisverkehr und dann auf die CV-309. Gleich mit Radweg daneben. Sehr schön! Und sehr angenehm. Kaum war ich eine halbe Stunde unterwegs, sah ich eine Tankstelle mit einem Imbiss und machte einen Einkehrschwung. Mein Frühstück war mir doch zu knapp. Somit gab's gleich Frühstück Nummer 2: noch ein Kaffee, noch ein Croissant (brennheiß) und noch eine Flasche Mineralwasser.
Dabei fiel mir auf, dass die Spritpreise hier wieder etwas niedriger sind als in Frankreich. In Frankreich waren sie ja extrem hoch. Hier sind sie zwar von günstig weit entfernt, aber sie sind wieder deutlich unter 2 Euro. Auch meine Spritpreise sind hier recht niedrig: Bananen, Croissant, Kaffee - alles wieder gut leistbar.
Aaaah sieh mal einer an, was ich hier entdeckte. This is the way to Cádiz:
Aus der anfänglichen CV-309 wurde die CV-306 und in weiterer Folge die CV-300. ABER: ich war immer auf Radwegen unterwegs! Bei einer CV handelt es sich um eine Landstraße in der Comunidad Valenciana. Und wenn die CV-Straße einen Radweg daneben hat, heißt dieser CR mit der gleichen Nummer.
Um 10 Uhr war ich bereits mitten in Valencia. Valencia wäre eine Stadt, für die man sich ein paar Tage Zeit nehmen müsste. Ich fuhr durch und machte einige Fotostopps. 2 1/2 Stunden waren es bestimmt, die ich mich mit Sightseeing aufhielt, aber das ist bei Valencia eigentlich viel zu wenig.
In Großstädten ist es immer angenehm, Radwege nutzen zu können. Ganz besonders angenehm ist es, wenn sie auch noch ausgeschildert sind, so dass man als Radfahrer gut durchgelotst wird. In Valencia war es so. Ich konnte auf Radwegen durch die Stadt und dabei noch ein wenig Sightseeing machen.
Der EuroVelo 8 begleitete mich heute fast den ganzen Tag. Ich wich nur wenig von ihm ab. Kaum war ich aus Valencia draußen, fuhr ich durch den Parc Naturel de l'Albufera. Allerdings führte mich der EuroVelo 8 nicht mitten hinein, sondern am Rand entlang, wobei man immer wieder die Möglichkeit hatte, auf Wegen hineinzufahren. Ein bissl war ich zu Fuß im Naturpark.
Albufera ist der größte See Spaniens. Ursprünglich war er eine Salzwasserbucht, die allmählich durch eine große Nehrung vom Meer getrennt wurde, die die Lagune schließlich in der Römerzeit abschloss.
Die Fischerei war schon immer die wichtigste menschliche Aktivität in der Region. Im 17. Jahrhundert begann die Urbarmachung von Land für den Reisanbau, wodurch die Fläche des Sees von etwa 30.000 auf 2.800 Hektar drastisch reduziert wurde. Im Laufe der Zeit wurde das Wasser auch immer dünner und ist heute hauptsächlich Süßwasser. In der Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts war der See durch eine ungezügelte Bebauung weiter bedroht. Seit der Gründung des Naturparks im Jahr 1990 ist die Region vor weiterer Entwicklung geschützt, und es gibt Fortschritte bei der Wiederherstellung lebenswichtiger Feuchtgebiete.
Der Naturpark umfasst den Albufera-See (aus dem Arabischen: البحيرة al-buhayra – "kleines Meer"), die Dörfer Pinedo, El Saler, El Palmar und Perellonet sowie die umliegenden Feuchtgebiete und landwirtschaftlichen Gebiete.
Radfahrer kamen mir heute immer wieder entgegen bzw. überholten mich. Und auch ich überholte zwei Radfahrer aus Dresden, die seit Montpellier unterwegs waren. Ihr Ziel war Alicante. Ich kam kurz ins Gespräch mit ihnen.
Mein Mittagessen fiel heute etwas spartanisch aus. Ich fragte in einem Café nach, ob sie etwas zu essen hätten. Die Antwort war: erst in einer Stunde. Aber ein Thunfischsalat mit einem Brot war schließlich doch möglich. Satt wurde ich nicht wirklich. Hier flatterten wieder meine Handschuhe, mein Helm, meine Serviette und die halbleere Mineralwasserflasche davon. Der Wind frischte wieder - wie vorhergesagt - auf. Und bei meiner Weiterfahrt war es wieder Gegenwind. Eh klar.
Kanadische Kühe in Spanien? Ist das eine eigene Rasse? Oder werden die kanadischen Kühe in Spanien gezüchtet? Hm ...
Ich war seit Valencia immer in der Nähe des Meers, wobei ich nicht viel davon zu sehen bekam. Aber in Gandia fuhr ich direkt die Uferpromenade entlang. Auch hier hatte ich wieder einen richtig tollen Radweg!
Oliva erreichte ich um 16 Uhr 30, mein vorgebuchtes Quartier ein paar Minuten später. Diesmal hab ich ein Appartement für Selbstversorger. Ich war auch schon Abendessen bzw. versuchte ich es. Viele Lokale haben geschlossen, ich kehrte in einer Pizzeria ein. Berühmt war meine Pizza nicht. Und das Mineralwasser war ausgeraucht. Anschließend war ich noch beim Consum einkaufen und stellte mir mein Frühstück zusammen. Ich vertraue nicht darauf, in der Früh ein Café zu finden, das offen hat.
Mittagessen: Thunfischsalat mit einer Scheibe Brot in einem Café in El Perellonet, dazu 1 Flasche Mineralwasser.
Übernachtung: Lujoso apartamento en Oliva - Appartement groß und sauber, besteht aus Schlafzimmer, Wohnzimmer mit Küche und Bad/WC, WLAN funktioniert heute wieder super. Mein Fahrrad steht im Wohnzimmer. Preis in Ordnung.
Abendessen: Pizza im Ort, 1 Liter Mineralwasser.
Gesamtstrecke 102,29 km
Zeit in Bewegung 5 h 52'
Gesamtzeit 8 h 49'
Temperatur in der Früh 17 °C, tagsüber bis zu 30 °C
anfangs fast nur Sonne, im Laufe des Tages zogen Wolken herum, windig am Nachmittag
Summe aller Steigungen: 253 m
Höhe Port de Sagunt: 17 m ü NHN
Höhe Oliva: 10 m ü NHN






























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