Pavia bis Casale Monferrato:
Das Self Service Frühstück war - wie sollte es anders sein - nicht berühmt. Das Brot, das der Vermieter am Vortag hergerichtet hatte, war vertrocknet und hart. Zwieback ess ich eh nicht, außer ich bin krank. Butter und Marmelade, Packerl-Orangensaft und Nespresso-Kaffee (sehr gut!!!!), außerdem viel Mineralwasser versöhnten mich wieder. Nicht zu vergessen parfumiertes Joghurt mit undefinierbarem Geschmack. Heidelbeer hat genau gleich geschmeckt wie Erdbeerjoghurt. Na ja ...
Bei 18 °C fuhren wir los. Außi aus der Stadt, über die historische alte Brücke über den Ticino und Richtung Süden. Pavia liegt nördlich vom Po. Da die Stadt aber historisch interessant ist, führt der Poradweg weg vom Po durch die Stadt und danach wieder zurück.
10 km fuhren wir in südlicher Richtung, bis wir wieder den Po erreicht hatten. Und dann ging es auf .... ähm .... SCHOTTER weiter. Na super. Rumpeldibumpel.
Nach weiteren 12 km verließen wir die Piste wieder, um in Richtung Nordwesten auf einer SP-Straße weiterzufahren. Wir fanden heute sogar mehrere SP-Straßen. Wir hielten uns nicht immer an die Poradroute, da die Route einige Male in eine Rumpelpiste überging. Immerhin war so gut wie nichts los auf diesen SP-Straßen. Und angenehmer als auf Schotter zu fahren, war es allemal. Dadurch kamen wir durch Dörfer und konnten die Infrastruktur nutzen. Bar oder Café war immer ein sicheres Zeichen für einen Espresso :-) Der Poradweg selbst bietet leider überhaupt keine Infrastruktur.
Auf diese Weise dürften wir sogar wieder den Kontinent gewechselt haben ....
Im Laufe des Vormittags wurde mein Hunger immer größer. Wenn man an einem Tag die Kontinente wechselt, ist das ja auch kein Wunder! In Frascarolo fanden wir schließlich ein Café.
Mein erschrockener Blick richtete sich nicht auf die Wetterlage, die übrigens auch heute wieder herrlich war, sondern auf den Kran, von dem aus unmittelbar neben uns zwei Bauarbeiter auf die Fassade kletterten. Schneller Tischwechsel war angesagt, falls irgendein Trumm auf unseren Kopf fällt! Mein Eis samt Espresso hat mir trotzdem geschmeckt :-)
Gestärkt fuhren wir weiter. Kurz nach der Mittagspause in Frascarolo fuhren wir doch kurz auf eine SS-Straße. Einerseits wegen der heutigen Übernachtung auf der anderen Seite des Po (die SS 494 führt auf einer Brücke über den Po), andererseits wegen eines weiteren Pistenabschnitts des Poradweges. Die Piste, die man unten rechts neben der Straße sieht, kreuzte die Straße. Hier hätten wir weiterfahren sollen. Wir zogen die Straße der Rumpelpiste vor.
Hier verließen wir die Lombardei und waren nun in der Provinz Alessandria unterwegs.
Nach der Brücke konnten wir auf einer SP-Straße weiterfahren, die kaum befahren war. Kurz vor Casale Monferrato kamen wir noch an einer Burg vorbei: Castello di Pomaro.
Casale Monferrato erreichten wir um 15 Uhr, das vorgebuchte Hotel - diesmal ein feudales Business Hotel - ein paar Minuten später. WLAN funktioniert wunderbar, die Klimaanlage ebenfalls. Nur Garage gibt es keine. Die Räder stehen (leider!) im Freien neben dem Hoteleingang. Ganz wohl ist mir nicht dabei! Ich hab alles abgeräumt und abmontiert, was nicht niet- und nagelfest ist. Man weiß ja nie. Ich hab so meine Erfahrungen ...
Mittagessen: Panini mit Schinken und Käse in einem Café in Frascarolo, anschließend Eis und Espresso.
Übernachtung: Business Hotel - Zimmer riesengroß und sauber, WLAN funktioniert sehr gut, die Klimaanlage ebenfalls. Ich glaub, ich muss sie bald ausschalten, bevor ich Frostbeulen bekomme. Preis in Ordnung für die Qualität und Leistung.
Abendessen: Restaurant bzw. Pizzeria neben dem Hotel. Essen sehr gut!
Nachtrag: Das Hotel hatte noch Turbulenzen auf Lager. Im Zimmer wurde es allmählich immer kühler und kühler. Die Klimaanlage lief auf Hochtouren, bis mir richtig kalt wurde. Ich bekam tatsächlich schon Frostbeulen. Nur wie schaltet man die Klimaanlage aus? Wo gibt es einen Schalter? Eine Fernbedienung? Nix. Ich ging zur Rezeption und ließ mir erklären, wie man den Schalter oberhalb des Lichtschalters betätigt, und ging zurück zu meinem Zimmer. Reiner hatte in seinem Zimmer genau das gleiche Problem. Ich erklärte auch ihm den Trick mit der Klimaanlage. Ich öffnete meine Zimmertür, steckte die Platte, die zum Schlüssel gehörte, in die vorgesehene Halterung. Es blieb finster. Vorhin ging das Licht doch noch? Die Klimaanlage lief aber trotzdem. Auch der Fernseher war auf Bereitschaft. Nur Licht hatte ich keines mehr. Zurück zur Rezeption: ich hab kein Licht. Die nette Dame an der Rezeption ging mit mir zu meinem Zimmer. Aaaah die Sicherung ist kaputt. Da geht nichts mehr. Ich bekam ein neues Zimmer im 5. Stock. Aufzug? Der blieb entweder gar nicht stehen oder fuhr in die falsche Richtung. Also trug ich meine 7 Sachen auf 4 Etappen über das Stiegenhaus vom 2. Stock in den 5. Stock. Geschafft!
Reiner konnte seine anfänglichen Dunkelheiten und Klimaanlagenschwierigkeiten nach einigem Hin und Her lösen und stellte sein Fahrrad in sein Zimmer. Gute Idee! Das mach ich auch! Aber vorher brauchte ich noch Batterien für die Hupe. Die bekam ich von der netten Dame an der Rezeption. Ich machte gleich ein gröberes Service: Batterietausch, Reifen aufpumpen und vorderes Schutzblech weg. Das sieht so komisch aus, wenn ein Fahrrad vorne ein Schutzblech hat und hinten keines. Also weg damit. Es landete im Müll vom heutigen Hotel.
Nun hab ich wieder - wie gestern auch - mein Fahrrad im Zimmer stehen. Vor dem Fernseher. Und mein mulmiges Gefühl ist weg.
Das Abendessen war gut und üppig: Tagliatelle mit 4 Käsesorten, Salat, 1 1/2 Liter Mineralwasser, Eis und Espresso. Mein Mineralwasserkonsum erhöhte sich heute auf 5 Liter gesamt.
Gesamtstrecke 79,38 km
Zeit in Bewegung 4 h 16'
Gesamtzeit 6 h 48'
Temperatur in der Früh 18 °C, tagsüber bis zu 25 °C
Sonne am Vormittag, ein paar Wölkchen ab Mittag
Summe aller Steigungen: 186 m
Höhe Pavia: 81 m ü NHN
Höhe Casale Monferrato: 111 m ü NHN

























































