Sitges bis L'Ametlla de Mar:
Gestern Abend hatte ich mir noch mein Frühstück organisiert: Orangensaft, 2 Flaschen Mineralwasser, ein Croissant und ein Vanille-Plunder-Gebäck, 2 Becher Eiskaffee. Somit konnte ich heute zeitig frühstücken. Um halb 7 saß ich beim Frühstück. Das Thermometer auf meinem Navi zeigte 21 °C an. Der Wetterbericht meldete teilweise Wolken mit sonnigen Abschnitten bei einer Tageshöchsttemperatur von 28 °C. Ich zog die Vorhänge auf. Stockdunkel. In Venedig war es um 6 Uhr schon dämmerig. Nun ist es um 3/4 7 Uhr noch finster. Eh klar. Ich bin bereits um einiges westlicher. Außerdem sind seit Venedig auch schon wieder 3 Wochen vergangen. Der Herbst naht.
Um 7 Uhr 33 fuhr ich schließlich los. Einmal links, wieder links, noch einmal links, rechts und wieder links. Dabei hätte mich fast ein Auto auf dem Radweg bei grüner Ampel (für mich) über den Haufen gefahren. Mir ist es schon ein paarmal aufgefallen, dass man hier auf geregelten Kreuzungen am Zebrastreifen sowohl als Radfahrer, als auch als Fußgänger stehen bleiben muss! Man wird einfach übersehen oder ignoriert. Autos schießen um die Kurve und bleiben nicht stehen. Das war in Italien auch schon so. Entweder haben die hier andere Gesetze, oder es ist ihnen egal?
Auf der anderen Seite sind sie auf Straßen sehr rücksichtsvoll Radfahrern gegenüber. In Spanien genauso wie in Italien. LKWs machen einen riesigen Bogen, fahren teilweise auf die Gegenfahrbahn, um mich zu überholen. Und wenn das nicht geht, bleiben sie hinter mir, bis sie überholen können. Auch Autos halten großen Abstand. Das ist bei uns ganz und gar nicht so.
Ich begann meine heutige Etappe mit einer gelben C-Straße (auch wieder neu), bevor ich in eine rote C-Straße einbog. Aber die sah heute richtig nett aus.
Theoretisch - sehr theoretisch - wäre ja da ein Radweg neben der Straße. Aber der gefiel mir nicht. Ich blieb auf der richtig netten Straße und freute mich über angenehm kühle Temperaturen, Sonnenschein und KEINE überschwemmungsträchtigen Regenfälle. In El Vendrell verließ ich die C-Straße und wechselte auf die (rote) N-340. Und schon sah ich wieder dieses Hinweisschild:
Dieses Hinweisschild hab ich schon mehrere Male auf N-Straßen oder C-Straßen gesehen. Und dann hat's mich gleich gerissen, als ich auf mein Navi schaute.
Ich blieb fürs erste auf der N-340 und erreichte um die Mittagszeit Tarragona. Eigentlich ist Tarragona auch eine Stadt, für die man sich Zeit nehmen sollte. Aber ich muss selektieren, was ich besichtigen möchte, sonst komme ich nie an. Durch Tarragona fuhr ich nur durch.
Kurz nachdem ich Tarragona verlassen hatte, legte sich mir ein McD in den Weg und ich machte Mittagspause. Mein Blick blieb wie gebannt auf mein Rad, das neben mir stand. Man weiß ja nie! Ich erinnere mich nur allzu gut an Neunkirchen am ersten Tag meiner Tour ...
Nichts ist passiert, ich fuhr "vollständig" weiter. In Vila-seca verließ ich die N-340, um ...
örks ... auf Piste weiterzufahren. Zumindest teilweise. Das wollte ich eigentlich nicht. Aber bis Cambrils biss ich in den sauren Apfel und kam reumütig zurück zur N-340. Ab hier hatte sie sogar einen rosafarbenen Radweg! Man sehe und staune! Wobei ich den breiten Pannenstreifen genauso gut fand. Mir kamen immer wieder Radfahrer entgegen bzw. wurde ich von Radfahrern überholt. Andere Radfahrer scheinen die N-Straßen ebenfalls zu nutzen. Nur Tourenradfahrer sah ich sehr selten. Die meisten Radfahrer waren ohne Gepäck, entweder auf e-Bikes oder Rennradfahrer.
Die letzten 14 km war ich schließlich auf kleinen Straßen und auch auf Rumpelpisten unterwegs, sah sogar das Meer aus der Nähe und erreichte um 17 Uhr 55 mein Hotel.
Und hier staunte ich nicht wenig. Das Hotel ist ein Wellness und Spa mit Park, Pool, Wellnessbereich und liegt am Strand von L’Ametlla de Mar an der Costa Daurada. Ich hab hier Vollpension. Und das ganze zu einem Preis, für den ich in Frankreich nicht einmal eine Jugendherberge bekommen hätte. Ich war bereits Abendessen. Es gab ein reichliches Buffet mit einem eigenen Tisch nur mit Obst und ein reichliches Salatbuffet. Gutes Gebäck, Vorspeisen, Hauptspeisen, Desserts. Wasser gratis.
Im Aufzug musste ich 3 Gelsen erschlagen. Bei näherer Betrachtung des Tatortes stellte ich fest, dass es bereits Vortäter gegeben haben muss. 8 Leichen klebten inklusive meiner 3 an den Wänden. Eine genaue Spurensicherung war daher nicht mehr möglich. Ich war sicherlich nicht die einzige Täterin.
Frühstück gibt es morgen erst um 8 Uhr, was mir nicht wirklich recht ist. Ich werde aber trotzdem frühstücken, da ich nichts eingekauft habe und es im Umkreis keine Einkaufsmöglichkeiten gibt. Und außerdem: ich bin jetzt einfach FAUL!
Mittagessen: McDonald's kurz nach Tarragona mit Chicken McNuggets und einem Haussalat, dazu 3 Flaschen Mineralwasser.
Übernachtung: Hotel Ametlla Mar - Zimmer riesengroß und sauber, richtig feudal, Badezimmer riesengroß, WLAN funktioniert etwas langsam. Mein Fahrrad steht im Gepäckraum. Halbpension. Preis mehr als in Ordnung, eigentlich günstig für die Leistung!
Abendessen: Buffet im Hotel, dazu 1 1/2 Liter stilles Mineralwasser.
Gesamtstrecke 109,40 km
Zeit in Bewegung 7 h 05'
Gesamtzeit 10 h 20'
Temperatur in der Früh 21 °C, tagsüber bis zu 29 °C
größtenteils sonnig mit ein paar Wölkchen
Summe aller Steigungen: 738 m
Höhe Sitges: 11 m ü NHN
Höhe L'Ametlla de Mar: 6 m ü NHN













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