Albaricoques bis Adra:
Seit Cartagena kürze ich ein wenig meine Etappen. 100er mache ich nicht mehr. Und das ist auch gut so. Ich knicke sonst ein. Ich werde auch noch eine weitere Pause einlegen. Vermutlich übermorgen. Mir geht es gut. Ich hab keine Muskelkrämpfe, ich bin gesund, kein Sonnenbrand oder sonstiges. Aber die Tour ist insgesamt schon sehr strapaziös, und das beginne ich zu spüren. Um die Mittagszeit brennt die Sonne erbarmungslos runter. Ich bin schon recht südlich unterwegs. Auch wenn die Tageshöchstwerte (im Schatten) unter 30 °C bleiben, hat die Sonne hier schon eine sehr starke Intensität. Und das zehrt (glaube ich).
Frühstück bekam ich im Haus. Es war nur leider genauso wenig berühmt wie das Abendessen. Ein Toast (das ist hier ein halbes Baguette mit Käse überbacken), ein immerhin guter Kaffee. Das war's. Wasser musste ich selbst bestellen und auch extra zahlen. Das gehört nicht dazu. Ebensowenig wie ein Orangensaft, den ich auch als Extra dazu bestellen musste.
Mein Navi zeigte mir eine Temperatur von 17 °C an. Der Wetterbericht meldete wieder Sonnenschein bei einer Tageshöchsttemperatur von 29 °C. Dazu Wind mit einer Windstärke von bis zu 13 km/h mit Windstößen von bis zu 25 km/h. Geht in Ordnung.
Um 8 Uhr 20 fuhr ich los. Vom Hostel aus nach links einfach weiter durch die Prärie des Wilden Westens von Sergio Leone. Keine Menschenseele unterwegs, ich fuhr alleine durch die Straßen von Clint Eastwood und Lee van Cleef.
Bald hatte ich wieder Blick aufs Meer und erreichte die Küste in Retamar. Ein paar Minuten später war ich an der Uferpromenade von Almería. Wieder auf einem eigenen Radweg :-)
In Almería gönnte ich mir in einem Café einen Expreso doble mit einem Agua con gas und einem Schoko-Pudding-Kuchen-irgendwas-in-Schichten. Hat recht gut geschmeckt. Gestärkt fuhr ich zurück auf die Uferpromenade bis zum Ortsende von Almería. Hier bog ich wieder in die N-340a ein, die hier die einzige Küstenstraße war. In gewohnten Aufs und Abs ging es durch einige Ortschaften am Meer entlang. Ich hatte immer einen traumhaften Blick aufs Meer.
Bei dieser Tafel befragte ich rein aus Neugier googlemaps, wie weit es bis Cádiz sind. Ich vermutete, dass diese 437 km die Distanz bis Cádiz waren. Aber ich täuschte mich. Bis Cádiz waren es an dieser Stelle nach googlemaps nur noch 339 km. Allerdings wäre das der kürzeste Weg. Ich fahr aber sowieso nicht die kürzeste Strecke, die googlemaps für Auto auswirft. Daher tangiert es mich (noch) nicht. Aber es zeigt, dass ich schon recht weit vorangekommen bin!
In Aguadulce führte mich die N-340 ein bissl ins Landesinnere, und ich schnitt die Halbinsel zwischen Roquetas de Mar und Balerma ab. Sicher schade, da es am südlichen Ende ein Naturgebiet gibt, das Naturgebiet Punta Entinas-Sabinar. Aber ich muss leider immer wieder selektieren. Wenn ich mir alles anschaue, was es in Spanien zu sehen gibt, bin ich 4 Jahre unterwegs.
Im Vorbeifahren entdeckte ich ein Café und gönnte mir einen kleinen Imbiss als Mittagessen. Salat mit Meeresfrüchten. Und als ich weiterfuhr, entdeckte ich die magische Zahl auf meinem Navi:
Auf der N-340a kam ich flott voran und war in Balanegra wieder am Meer.
Hier passierte mir ein Faux Pas. Bei einer Tankstelle wollte ich die sanitären Einrichtungen aufsuchen. Die WC-Tür stand offen, also ging ich rein. Aber ..... als ich wieder raus wollte, ging die Tür nicht mehr auf. Versperrt. Ich klopfte und klopfte. Ich rief immer wieder HALLO. 5 Minuten lang versuchte ich mich bemerkbar zu machen, bis der Tankwart die Tür aufsperrte. Jessas .... man soll bei offenen Türen nicht einfach reingehen!
Befreit fuhr ich weiter und erreichte um 15 Uhr 30 Adra. Mein Quartier musste ich mir diesmal erst verdienen. Die Zufahrtsstraße war so steil, dass ich schieben musste. 22 % Steigungsgrad zeigte mein Navi an! Ich hab hier ein Apartment im ersten Stock. Der Aufzug ist zu klein für mein Fahrrad. Also musste ich es über die Stiegen hinauftragen.
Mittagessen: Salat mit Meeresfrüchten in einem Café, dazu 1 1/2 Liter stilles Mineralwasser.
Übernachtung: Apartment namens Al_reparo Home Beach _ Adra - riesengroße Wohnung, sehr sauber und gepflegt, modern eingerichtet, WLAN funktioniert super. Mein Fahrrad steht im Wohnzimmer. Preis in Ordnung.
Abendessen: Ich hab im Ort kein einziges brauchbares oder geöffnetes Lokal gefunden, daher ging ich einkaufen. Baguette, Butter, Käse, Tomaten, Joghurt, Orangensaft, viel Mineralwasser. Mein Abendessen hatte ich somit im Zimmer.
Gesamtstrecke 92,72 km
Zeit in Bewegung 5 h 25'
Gesamtzeit 7 h 34'
Temperatur in der Früh 17 °C, tagsüber bis zu 29 °C
Sonne pur den ganzen Tag, etwas windig
Summe aller Steigungen: 499 m
Höhe Albaricoques: 121 m ü NHN
Höhe Adra: 27 m ü NHN















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