Béziers bis Saint-Cyprien:
Auf Ibis ist doch Verlass. Frühstück gab es ab 6 Uhr 30! So früh saß ich zwar doch nicht beim Frühstück, aber um 3/4 7 Uhr schon. Davor war ich in der Garage, um mein Fahrrad zu beladen. Somit konnte ich heute früh starten, besser gesagt hätte ich früh starten können, wenn .... ja, wenn ich nicht getrödelt hätte. Ich ließ mir ein bissl sehr lang Zeit beim Frühstück und startete um 8 Uhr 14. Mein Navi zeigte eine Temperatur von 21 °C an. Es war stark bewölkt. Und der Wetterbericht meldete 50 % Regenwahrscheinlichkeit bei einer Tageshöchsttemperatur von 27 °C.
Einmal bergab, und ich war bei der Brücke, über die ich den Orb überqueren wollte. Geht nicht. Da komm ich nicht rauf. Und überhaupt, das war eine Kanalbrücke namens Pont-Canal de l'Orb! Da hätte ich viel früher auf den Radweg neben dem Canal du Midi fahren müssen, um über diese Kanalbrücke den Orb zu überqueren. Also wieder zurück und über die nächste Brücke. Anschließend rüber zur Kanalbrücke, auffi auf die Pist'. Und ich konnte ein Stück auf dem Radweg neben dem Canal du Midi fahren.
Lang konnte ich allerdings nicht neben dem Canal du Midi fahren. Der Radweg war bald zu Ende. Auf der anderen Seite gab es wieder nur eine Piste. Und Piste wollte ich auch heute nicht fahren. Somit waren wieder die D-Straßen auf dem Programm. Heute beobachtete ich, dass sie immer im Einzugsgebiet von größeren Städten stark befahren waren. Kaum entfernte ich mich von Narbonne, wo der Verkehr wirklich grausig war, war es wieder recht ruhig auf meiner D-Straße. Ich war nicht einmal alleine. Mir kamen einige Radfahrer entgegen, und ich wurde von einem Radfahrer, der mindestens genauso beladen war wie ich, überholt.
Meistens konnte ich einen Pannenstreifen am Rand nutzen. Somit empfand ich es heute als halb so wild. Ich näherte mich allmählich wieder dem Meer bzw. näherte ich mich zuerst den (vermeintlichen) Lagunen. Apropos Lagunen: ich dachte, ich fuhr in den letzten Tagen Lagunen entlang. Auf der Karte werden sie als Étangs bezeichnet. Ich befragte natürlich google, was mit Étangs gemeint ist:
Ein Étang ist eine stehende Wasserfläche, die wenig tief ist und eine verhältnismäßig kleine Oberfläche (einige zehn Hektar) besitzt. Er entsteht auf wasserundurchlässigen Böden. Es handelt sich beim Étang um eine Wasserfläche natürlichen oder menschlichen Ursprungs innerhalb des Festlandes. Er ist perennierend, führt also ganzjährig Wasser und ist mit dem natürlichen Wassersystem verbunden, kann aber für die Bewirtschaftung trockengelegt werden. Die Größe liegt unterhalb der eines Sees, ist aber größer als ein Weiher oder Tümpel. Es bestehen verschiedene Definitionen für einen Étang, am nächsten kommt sicher der Begriff Teich.
Besonders in Frankreich bestehen auch die Begriffe étang de pêche und étang de chasse (Fisch- und Jagdweiher).
Ich lag also falsch mit meiner Vermutung, dass es sich um Lagunen handelt.
In Leucate hatte ich meinen EuroVelo 8 wieder.
Hier war auch Zeit für eine Mittagspause, da ich bis dahin nur zweimal Kaffee in einer Bar an der D-Straße getrunken hatte. Die Tankstellen haben nichts zu essen. Entweder sind sie ohnehin geschlossen und bieten Self Service Tanken an, oder sie haben nur eine Kassa zum Bezahlen. Und auch Cafés oder Bars sind selten bzw. selten geöffnet. Aber in Leucate wurde ich fündig. Ein Fischlokal neben dem anderen. Ich kaufte mir Shrimps mit Brot. Beilagen gab es nicht, Desserts oder Kaffee auch nicht. Meine Rechnung war daher sehr klein: 5 Euro, und ich fuhr eigentlich hungrig weiter.
Auch egal. So schnell verhungere ich schon nicht. Bis Saint-Cyprien blieb ich auf dem EuroVelo 8. Auf dem letzten Abschnitt hatte ich links Wasser und rechts Wasser. Das Meer links, den Étang rechts.
Um 16 Uhr 45 erreichte ich Saint-Cyprien, musste aber dann noch ein ganzes Stück durch die Stadt fahren, bis ich mein Hotel um 17 Uhr 20 erreichte.
Der Hunger trieb mich voran. Ich verließ das Hotel und hörte Donner. Melden sich jetzt die 50 % Regenwahrscheinlichkeit? Die Wolken waren tiefschwarz, kamen rasch näher. Zum Donner kamen Blitze dazu. Und es begann zu tröpfeln. Ich rannte und fand einen Dachvorsprung eines Hauses, unter den ich mich stellen konnte. Viel Schutz bot er leider nicht.
Schräg gegenüber sah ich eine offene Garage. Darin werkelte ein junger Mann. Keine 30, eher Mitte 20. Er winkte mich rüber, ich soll mich in seiner Garage unterstellen. Er bot mir etwas zu trinken an, seine Frau brachte mir ein Glas Wasser. Er fragte mich, ob ich hier Urlaub mache und woher ich komme. Ich erzählte ihm, dass ich auf Radtour bin, aus Wien. Ihm gingen die Augen über.
Er fragte mich, wohin ich denn jetzt gerade unterwegs war.
Ich: in eine Pizzeria. Ich wollte essen gehen.
Er holte sein Auto und brachte mich zur Pizzeria. Geschlossen. Zur nächsten. Auch geschlossen. Er drehte eine Runde durch den Ort. Vergeblich.
Im Vorbeifahren sah er einen Chinesen und fragte mich, ob mir chinesisches Essen auch recht wäre.
Mir ist alles recht! Ich hab Hunger.
Der Chinese hatte allerdings nur Essen zum Mitnehmen. Also bestellte ich Hühnerfleisch süßsauer und Reis. Und der junge Mann brachte mich zum Hotel.
Ich glaub's ja noch immer nicht. Gibt's denn so was? Ich bin noch immer ganz platt.
Mittagessen: Shrimps mit Brot in einem Fischlokal in Leucate.
Übernachtung: Hotel Belvedere - Zimmer sehr groß und sauber, Badezimmer ebenfalls groß, WLAN funktioniert super. Das Fahrrad steht in einem Abstellraum, für den ich den Schlüssel gleich bis morgen Früh behalten durfte. Preis in Ordnung!
Abendessen: Dank Wolkenbruch chinesisch zum Mitnehmen - Huhn süßsauer mit Reis. Mineralwasser holte ich mir vom Automaten im Hotel.
Gesamtstrecke 112,54 km
Zeit in Bewegung 6 h 39'
Gesamtzeit 9 h 06'
Temperatur in der Früh 21 °C, tagsüber bis zu 27 °C
anfangs stark bewölkt, zunehmend sonnig. Gewitter mit Wolkenbruch erst am Abend, als ich essen gehen wollte. SEHR gutes Timing!
Summe aller Steigungen: 581 m
Höhe Béziers: 55 m ü NHN
Höhe Saint-Cyprien: 21 m ü NHN


























Servus die Wadeln ! Auf deinen Fotos ist ja öfters ein fotogener "schwarzer" Himmel zu sehen. Ich hoffe du nicht zu oft nass geworden. Gut, dass du nicht nach Marokko oder Libyen gefahren bist, weil dort sind jetzt die Radwege oder Straßen entweden mit eingestürzten Häusern blockiert worden oder sind durch Sturzfluten unpassierbar gemacht worden. Bei uns zu Hause hast du nichts versäumt. Das wichtigste ist, dass dein ehemaliger Chef unsere Pensionen ab 2024 um 9,5% erhöhen wird. Man freut sich ja heut´ zu Tage auch über ein paar Körner mehr
AntwortenLöschenRadfahren darf ich laut Doktor erst ab Ende Oktober.
Motorradfahren erst im Frühling 2024.
Ich hoffe dass ich nach der REHA soweit bin, das die operierte rechte Hüfte wieder die Hauptbelastung tragen kann. Warum ?
Jetzt beginnt die linke Hüfte auch schon zu "fragen": Ich will jetzt auch so ein schönes neues Gelenk haben. Wann ist es so weit - wann krieg ich auch so einSuperding, das nicht mehr weh tut. Das geht aber erst frühestens im kommenden Sommer. Weil davor habe ich auch noch einiges vor.
Was Spanien betrifft, so war ich 1979 dort - allerdings mit dem Auto und Zelt.
5 Wochen kreuz und quer durch Spanien.
Von Perpigan sind wir (wir waren zu zweit) damals zur Grenze im Bereich von Argeles-sur-Mer gefahren. Dann aber sobald es gegangen ist, nach "links" hinaus zur Küste nach Portbou. Das war der erste und fast letzte Badeaufenthalt. Von dort weiter nach Süden und bei Figueres sind wir auf deine Route gekommen. Weiter -logischerweise - vermutlich wirst du auch so fahren - nach Barcelona, wo wir auch viele Besichtigungen gemacht und ein Abenteuer bestehen mussten.
Also genieße Barcelona. Eine tolle Stadt. Dann bleib deiner Route treu, weil wir sind dann "nach rechts" = westen abgebogen - Richtung Zaragossa.
Im ganzen großen Bereich der Stadt war es sauheiß - fahr dort nicht hin !!! :-) bis wir endlich über Pamplona nach San Sebatian gekommen sind.
Dort war es dann schön. Fortsetzung meines "History-Blogs folgt ...
Also gib Gas ! Schwitz dich nicht weg und viel trinken !!!
Servus die Wadeln -dein Anonymus
Servus die Wadeln, die heute und morgen nicht radfahren werden :-) Oh je, noch eine Hüftoperation? Sommer 2024? Wenn es so gut läuft wie bei deiner ersten Hüfte, wird das ein Klacks sein. Oder? Du regenerierst ja in Riesenschritten!!! Das finde ich super nach so einer großen OP.
LöschenDie Orte, die du nennst, hab ich größtenteils auch gesehen bzw. bin durchgefahren. Von Argeles-sur-Mere aus bin ich den Fuß der Pyrenäen entlang ein bissl ins Landesinnere gefahren, um die Pyrenäen bei Le Perthus zu überqueren. Ich hatte auch überlegt, die Grenze an der Küste zu überqueren, hab mich aber dann für Le Perhus entschieden.
Viel trinken ist auch meine Devise! Regen hat sich bisher sehr brav in Grenzen gehalten. Ich hatte bei schwarzen Wolken meistens Glück. Bis auf gestern. Gestern bin ich im Starkregen (wirklich Starkregen!) durch Barcelona und weiter nach Sitges gefahren. Aber das liest du ja heute dann in meiner Fortsetzung. Heute fahr ich mit dem Zug nach Barcelona.
Servus die Wadeln an Anonymus!