Sonntag, 3. September 2023

Tag 18: Savigliano bis Panice Soprana

Savigliano bis Panice Soprana:

Szenenwechsel. Es geht in die BERGE!
Frühstück hatten wir für 7 Uhr vereinbart. Um 7 Uhr war allerdings noch alles abgeschlossen. Aber bald düsten die Vermieter mit dem Auto um die Ecke und richteten das Frühstück. Toastbrot (immerhin!), Käse und Schinken, Marmelade und das übliche Croissant. Den Zwieback, der auch immer dabei ist, ignorierte ich geflissentlich. Gestärkt fuhren wir um 8 Uhr 11 los. 4 km zum McDonald's und danach blieben wir wieder auf der SS 20. Die Morgentemperatur lag bei 18 °C. Der Wetterbericht sagte wieder Sonne voraus. Passt :-)


Ja, genau! Die Richtung ist bereits angekündigt.

Hier bin ich letztes Jahr schon vorbeigekommen und hatte mich gefragt, ob das ein Relikt aus alter Zeit ist? Diese Kilometerangaben kann ich auch jetzt nicht nachvollziehen, obwohl ich diese Strecke letztes Jahr gefahren bin. Unklar ist u.a., wo genau "bis zum Royatal" gemeint ist. Egal :-) Das Haus samt der Inschrift ist auf jeden Fall interessant!




Bis Cuneo merkte ich kaum etwas von einem Anstieg. Ich gewann ganz langsam an Höhe bei einem Steigungsgrad von 1 %. Die Berge am Horizont kamen auch allmählich näher. Oder umgekehrt, wir kamen den Bergen allmählich näher. Neben der Straße floss der Fiume Vermenagna. Landschaftlich ist die Gegend hier richtig schön.


In Vernante machten wir beim ersten Gasthaus einen Einkehrschwung, da mein Hunger immer größer wurde.




Grüne Spaghetti mit Käsesauce, dazu 1 Liter Mineralwasser, und mein Hunger war gestillt.


Die verkaufen doch tatsächlich noch 2 m - Ski auf dem Flohmarkt! Wer die wohl kauft?




Und nun ging es endlich los. Kaum waren wir aus Limone Piemonte draußen, fuhren wir die ersten Kehren des Tages :-) Tornante 1 bis 8 reihten sich aneinander. Die Kehren waren so knapp hintereinander, dass man Höhe gewann, ohne sich viel anzustrengen. Der Steigungsgrad lag bei maximal 8 %, so dass ich problemlos während der Fahrt fotografieren konnte. Ich mag gerne Anstiege mit vielen Kehren. Die Kehren motivieren viel mehr als die langen Geraden. Außerdem sind die langen Geraden oft steiler als Abschnitte mit vielen Kehren. Ja, die Alpenüberquerung kündigte sich an!





Bei der Abzweigung nach Limonetto beginnt die alte Passstraße zum Colle di Tenda, die anfangs parallel zur SS20 verläuft. Ab hier ist die SS20 gesperrt, hier hat man auf der SS20 nur noch 1,6 km bis zum Tende-Tunnel, der seit einigen Jahren eine große Baustelle ist. Seit 2014 wird an einer zweiten Tunnelröhre gearbeitet. Fertigstellung war für 2020 geplant. Allerdings wurden alle Arbeiten durch Unwetter und Erdrutsche im Oktober 2020 zunichte gemacht.

Schwere Unwetter mit starken Wassermassen hinterließen am 2./3. Oktober 2020 am Ligurischen Grenzkamm und in den Französischen Seealpen schwere Schäden. Die Unwetter zogen eine Spur der Verwüstung, die Straße wurde mehrfach unterbrochen, vieles wurde weggespült, Straßenzüge und Brücken wurden weggerissen. Und auch die Tunnelbaustelle für die zweite Röhre war schwer betroffen. Die südliche Einfahrt in den Tunnel brach komplett weg. Das Royatal wurde bis Ventimiglia von riesigen Schlammmengen durchzogen. Seither besteht bzw. bestand eine Aneinanderreihung von vielen Baustellen mit teilweise Blockabfertigung südlich des Colle di Tenda bis weit ins Royatal, um die Straßen wiederherzustellen und die Schäden zu beseitigen.

Im vergangenen Jahr konnte ich problemlos mit dem Fahrrad die Südrampe des Colle di Tenda runterfahren, und auch die Behinderungen im Royatal hatten nicht mehr das Ausmaß wie im Jahr 2020 und 2021, soweit ich den Medien entnehmen konnte. Seit Juni 2023 ist die Südrampe des Colle di Tenda jedoch für Autos, Motorräder, Fahrräder und Fußgänger bis auf zwei kleine Zeitfenster (6 Uhr bis 6 Uhr 15 sowie 19 Uhr bis 19 Uhr 15) erneut gesperrt worden. Man kann nur über die westliche Verlängerung der Via del Sale (ligurische Grenzkammstraße) über Casterino ausweichen.

Na super! Wir fahren morgen auf jeden Fall rauf und lassen uns auf der Passhöhe überraschen, wie die aktuelle Lage tatsächlich ist, da ich im Internet wieder einmal unterschiedliche Informationen gelesen habe!



Ich schaute mir zuerst noch die Tunnel-Baustelle an, bevor ich mein Quartier direkt an der alten Passstraße aufsuchte. Keine Veränderung gegenüber dem vergangenen Jahr. Als ob in der Zwischenzeit nicht daran gearbeitet worden wäre?




Der letzte Abschnitt bis zum Quartier war dann doch etwas steiler mit einem Steigungsgrad von bis zu 10 %. Uns fehlten ja noch ein paar Höhenmeter. Ich buchte in der gleichen Unterkunft wie im vergangenen Jahr, einem Restaurant in Panice Soprana, das gleichzeitig Zimmer anbot. Panice Soprana ist ein Skiort an der alten Passstraße zum Colle di Tenda. Wir erreichten die Unterkunft um 15 Uhr 58.


Mittagessen: grüne Spaghetti in einem Gasthaus in Vernante.
Übernachtung: Bed & Breakfast La Locanda del Colle - Zimmer riesengroß, WLAN funktioniert sehr gut! Preis leistbar!
Abendessen: fällt aus, da das Restaurant ab 17 Uhr geschlossen hat. Daher gab es ein vorgezogenes Essen gleich nach dem Einchecken: Pizza und Croissant zum Dessert. Dazu Espresso doppio. Hat gut geschmeckt!

Gesamtstrecke 67,38 km
Zeit in Bewegung 5 h 09'
Gesamtzeit 7 h 44'
Temperatur in der Früh 18 °C, tagsüber bis zu 24 °C
Sonne pur

Summe aller Steigungen: 958 m
Höhe Savigliano: 304 m ü NHN
Höhe Panice Soprana: 1.411 m ü NHN

4 Kommentare:

  1. Hallo…habt das Wetter in Spanien im Auge, dort gehts drunter und drüber….

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Mach ich eh. Noch vor meiner Abfahrt war es die Lage in der Südsteiermark und Slowenien, die ich im Auge behalten musste. In Griechenland muss es ja auch drunter und drüber gehen!

      Löschen
  2. Am Pad kann ich veröffentlichen am Handy nicht….

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich kann am Handy auch nicht alles machen in Sachen Blog.

      Löschen