Dienstag, 22. August 2023

Tag 6: Ljubljana bis Postojna

Ljubljana bis Postojna:

Ich hab mich heute tatsächlich kein einziges Mal verfahren, um die Stadt zu verlassen!

Tagwache war um 5:55. Die Temperaturen steigen, bis 11 Uhr ist es noch recht angenehm kühl, das musste ich nutzen. Da ich eh ab 3 Uhr wach im Bett lag und nicht schlafen konnte, wartete ich nur noch auf den Wecker, den ich auf 5:55 gestellt hatte. Zum einen war es im Zimmer dampfig warm, da das Zimmer keine Klimaanlage hatte. Aus diesem Grund ließ ich die ganze Nacht den Standventilator laufen. Und der war laut. Außerdem quälte mich das Summen einer Gelse. Und als ich mit dem Schlapfen auf die Pirsch ging, stellte sich heraus, dass es gleich mehrere Gelsen waren, die ich erfolgreich erschlagen konnte. Danach war Ruh’. Der nächste Tatort hat schon einen Titel: "Die mit dem Schlapfen tanzt!"

Zuerst peilte ich den nächstgelegenen Bäcker an, da ich beim Zimmer kein Frühstück dabei hatte. Vanillekrapfen mit Kirschen (super!) und Kaffee (ein grauenhaftes G'schlodder), dazu Mineralwasser. Und schon war ich bereit für meine heutige Etappe. Ich fuhr auf direktem Weg zur B33, um über Crna Vas nach Jezero zu fahren. Ich erreichte die Abzweigung nach "Crna vas". BAUSTELLE! GESPERRT! Umleitung. 10 km Umweg. Diese Baustelle gab es vor einem Jahr auch schon. Haben die in der Zwischenzeit nichts weitergebracht? Ab Podkraj war ich wieder auf meiner Route unterwegs.

In Jezero, nach ca. 20 km Fahrt, kündigte sich der Berg des Tages an. Ich fuhr am Fuße eines bewaldeten Hügels entlang, bevor der Anstieg begann. Auffi auf den Berg war die Devise. Der Anstieg auf eine Höhe von 890 m war allerdings halb so wild. Zweimal war er von einem kurzen Flachstück unterbrochen, der maximale Steigungsgrad betrug 13 %, und die hatte es immer nur kurzzeitig. Ein paar Aufs und Abs waren nach dem Erreichen der 890 m ebenfalls dabei. Landschaftlich war die Strecke sehr schön.











In Cerknica fand ich leider kein Gasthaus, dafür aber ein Eisgeschäft. Passt auch. Also bestellte ich mir einen Eisbecher und einen Kaffee dazu. Dazu einen Liter Mineralwasser. Der Kaffee war diesmal super, das Mineralwasser ebenfalls. Ein g'scheites Essen kann ich am Abend auch noch nachholen.

Nach Eis, Kaffee und Mineralwasser machte ich mich auf den Weg nach Süden zum Cerkniško Jezero, dem größten See Sloweniens. Der See ist ein periodisches Gewässer, das bei geflutetem Becken eine Fläche von 26 km² bis 38 km² aufweist. Er ist 10,5 km lang und 4,7 km breit. Da es in der letzten Zeit viel geregnet hat, ist der See derzeit auch nicht ausgetrocknet wie sonst im Sommer. Ein Traum von einer Landschaft!





Ich fuhr den See ein Stück entlang und kehrte anschließend wieder zurück nach Cerknica, um wieder dem EuroVelo 9 zu folgen - auf die Piste. Ich fuhr in einen Wald, oder eigentlich in ein Naturschutzgebiet, auf teils grob schottrigem Weg mit Löchern, Furchen, bergauf und bergab. Erstaunlicherweise nannte sich diese Piste Straße Nr. 914! Straßen mit einer gelben Nummerierung hatten bisher etwas anders ausgesehen. Das Naturschutzgebiet, durch das ich fuhr, nannte sich Rakov Škocjan:

Rakov Škocjan ist ein Tal und seit 1949 Naturreservat in Innerkrain nahe der slowenischen Stadt Cerknica. Der Bach Rak hat sich durch die Karstfelsen geschliffen und somit zwei natürliche Brücken geschaffen: die kleine und die große Naturbrücke, die etwa 2,5 km auseinander liegen. Diese zwei Brücken sind der Ein- und Ausgang einer Höhle, die zusammenstürzt ist. Am Ende verschwindet der Fluss in der Weberhöhle. Diese diente 1964 als Kulisse bei der Verfilmung von Winnetou 2. Teil.

Man lese und staune!


Ich war letztes Jahr bereits hier und fuhr (leider) nur durch. Diesmal schaute ich mir das Naturschutzgebiet genauer an. Ich kletterte runter zur Höhle Zelske Jame, die durch einen Tunnel mit einer zweiten Höhle verbunden ist. Hier sah ich auch die oben erwähnte kleine Naturbrücke. Mein Rad musste ich (mit Bauchweh) oben an der Hinweistafel angehängt stehen lassen.













Ich fuhr die Piste weiter, hatte immer wieder Einblick in die Felsenlandschaft, in die Schlucht, in der unten die Rak floss. Und zur großen Naturbrücke kletterte ich ebenfalls runter, um sie zu bewundern.






Nach etwa 10 km Piste ging die Nr. 914 wieder in eine Asphaltstraße namens Nr. 914 über. 150 Höhenmeter fehlten mir noch. Die konnte ich auf Asphalt fahren, bevor ich in Postojna war. Die Stadtgrenze erreichte ich um 16 Uhr 51, mein vorgebuchtes Hotel ein paar Minuten später.

Was für eine tolle Etappe!

Mittagessen: Eis mit Kaffee und 1 Liter Mineralwasser in einem Eisgeschäft in Cerknica.
Übernachtung: Hotel ECO Center - Zimmer riesengroß, ruhige Lage, Frühstück ab 7 Uhr. WLAN funktioniert super. Preis gehoben. Das war für Postojna zu erwarten.
Abendessen: Pasta in einer Pizzeria gleich in der Nähe, anschließend Apfelkuchen und Kaffee. 1 Liter Mineralwasser. Mein Wasserkonsum ist im Steigen begriffen.

Und jetzt muss ich meine 47 Gelsenstiche behandeln. Jessas, sind die über mich hergefallen, als ich in der Natur herumgestapft und geklettert bin.

Gesamtstrecke 71,03 km
Zeit in Bewegung 5 h 21'
Gesamtzeit 10 h 10' (da sind meine Kletterübungen inbegriffen)
Temperatur in der Früh 18 °C, tagsüber bis zu 33 °C
in der Früh Nebel, bald sonnig mit steigenden Temperaturen

Summe aller Steigungen: 984 m
Höhe Ljubljana: 287 m ü NHN
Höhe Postojna: 567 m ü NHN

4 Kommentare:

  1. Da sieht man, welch altes Semmerl ich schon bin. Wir waren an den Plitvicer Seen als Winnetou abgedreht war. Wir haben noch die Kulisse, Wigwams etc. gesehen…und natürlich den Nationalpark (der noch keiner war)durchwandert. Noch mit meinem Vater….. lang lang ist’s her…..

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  2. WOW! Da kennst du die Gegend ja noch von früher!

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  3. Tolle Schlucht- und Höhlenlandschaft! Kann ich absolut nachvollziehen, dass du dort rumgeklettert bist. Klasse!
    LG SE

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    1. Diese Landschaft mit Schluchten und Höhlen war so toll!!!!! Ich war begeistert!

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