Dienstag, 29. August 2023

Tag 13: San Benedetto Po bis Cremona

San Benedetto Po bis Cremona:

Es hat tatsächlich abgekühlt! Der Wolkenbruch von gestern Abend hat die Temperaturen abgesenkt! Ich konnte so herrlich schlafen! Endlich!

Geplante Abfahrt war um halb 8 Uhr. Aber die Wetter APP wollte so gar nicht mitspielen. Um halb 8 Uhr begann es zu schütten. Abwarten und Tee trinken war die Devise - oder eigentlich nur Wasser trinken, denn Frühstück gab's hier nicht.


I'm singin' in the rain
just singin' in the rain
what a glorious feeling
I'm happy again.
I'm laughing at clouds ...

Der Regen hörte auf, und wir konnten um 8 Uhr 06 starten. Über die Brücke neben Il Capitano auf die andere Seite des Po und rauf auf den Radweg/Dammweg. Da wir allerdings noch nicht gefrühstückt hatten, wechselten wir bald auf die nahegelegene Landstraße und fanden in Borgoforte eine Bar, in der wir Kaffee und Croissant bekamen. Köstlich :-)

Gestärkt fuhren wir zurück zum Poradweg. Der Poradweg hat meistens zwei Alternativen: rechtes Ufer oder linkes Ufer. Oder in anderen Worten: Sinistra Po oder Destra Po. Im Gegensatz zu gestern fuhren wir heute allerdings teilweise abseits vom Po und sahen ihn vielfach gar nicht. 




Ab Scorzarolo fuhren wir einen Nebenfluss des Po entlang - den Oglio. Auf diesem Abschnitt unserer heutigen Etappe waren wir teilweise auf einem Sandradweg unterwegs, mitten in der Natur.



Ab und zu regnete es ganz leicht, hörte dann aber doch wieder auf. Die schwarze Wolkenwand war zeitweise vor uns, dann wieder links von uns. In Commessaggio erwischte uns schließlich ein Wolkenbruch vom feinsten. Unter dem Balkon eines (geschlossenen) Gasthauses warteten wir den Regenguss ab, bevor wir weiterfuhren.

Da wir ohnehin wenig vom Po zu sehen bekamen, blieben wir auf den letzten 15 km bis zum Etappenziel Cremona auf der kaum befahrenen Landstraße statt auf dem Poradweg. Durch kleine Ortschaften zu fahren, fand ich auch sehr nett.





Die Etappe war durch die teilweise abseits vom Po geführte Route abwechslungsreich. Ich fuhr nicht nur am Wasser, sondern auch durch Ortschaften. Allerdings war auch das Wetter abwechslungsreich. Von Sonne bis Wolkenbruch war alles dabei. Aber immerhin waren die Temperaturen heute sehr angenehm bei maximal 25 Grad! Herrlich :-)

Die Ortstafel von Cremona erreichten wir um 16 Uhr 25, das vorgebuchte Hotel eine halbe Stunde später. Diesmal ein Bed & Breakfast mit gehobenem Komfort! Frühstück gibt es ab 7 Uhr! Die Fahrräder stehen im Konferenzraum des Hotels :-) Auch gut.

Über die Stadt Cremona hab ich google ein wenig befragt:

Cremona ist eine Stadt in der Lombardei am linken Flussufer des Po inmitten der Po-Ebene mit 72.672 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2019). Zugleich ist Cremona Verwaltungssitz der Provinz Cremona.
Die Stadt wurde insbesondere bekannt durch die Geigenbauerfamilien Amati, Bergonzi, Guarneri und Stradivari. Die traditionelle Geigenbaukunst in Cremona wurde 2012 zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO ernannt.

Cremona wurde 218 v. Chr., im selben Jahr wie Placentia (Piacenza), von den Römern als Vorposten gegen die gallischen Stämme gegründet. Es wurde 190 v. Chr. mit 6000 neuen Siedlern verstärkt und bald eine der blühendsten Städte Norditaliens.
Nach der Zweiten Schlacht von Bedriacum im Jahr 69 wurde Cremona von den Truppen des zukünftigen Kaisers Vespasian eingenommen und zerstört, wobei nur der Tempel der Mefitis stehenblieb. Vespasian ordnete den sofortigen Wiederaufbau an, aber die Stadt erlangte nicht wieder ihren alten Wohlstand. Von den Langobarden unter Agilulf wurde sie 605 abermals zerstört, 615 wiederaufgebaut und von langobardischen Herzögen regiert.

1499 wurde Cremona von den Venezianern besetzt, fiel aber 1512 an Massimiliano Sforza. Nach Sforzas Tod eroberte Frankreich das Gebiet. 1518 konnte es von kaiserlichen Truppen zurückerobert werden. 1535 kam es zusammen mit der übrigen Lombardei an die Habsburger (ab 1544 zur spanischen Linie).

Unter den österreichischen Habsburgern erlebte Cremona im 18. Jahrhundert eine Blüte. In der von Napoleon Bonaparte 1797 gegründeten Italienischen Republik war es die Hauptstadt eines Départements. Zusammen mit der übrigen Lombardei kam Cremona 1814 wieder zu Österreich und wurde Teil des habsburgischen Königreichs Lombardo-Venetien. Nach der Niederlage im Sardinischen Krieg musste Österreich das Gebiet an Frankreich abtreten, das es 1860 mit dem Königreich Sardinien-Piemont gegen Nizza und Savoyen tauschte. So wurde Cremona 1861 Teil des neuerrichteten Königreichs Italien.

Das Abendessen erwies sich als schwierig. Hier waren alle Lokale, die wir anpeilten, geschlossen. Einzig eine Gelateria hatte geöffnet. Somit gab es Tiramisu und anschließend einen Eisbecher mit Kaffee zum Abendessen. Natürlich begleitet von viel Mineralwasser!

Mittagessen: Panino mit Schinken und Käse in einem Bistro in Casalmaggiore.
Übernachtung: Bed & Breakfast Cremona - Zimmer sauber und groß, WLAN funktioniert sehr gut. Preis relativ gehoben!
Abendessen: Gelateria im Ort, ansonsten gab's nur geschlossene Lokale! Dabei ist heute gar nicht Montag. Sehr seltsam!
 
Gesamtstrecke 96,37 km
Zeit in Bewegung 5 h 57'
Gesamtzeit 8 h 41'
Temperatur in der Früh 17 °C, tagsüber bis zu 25 °C, herrlich kühl :-)
teilweise ein bissl leichter Regen, ein Wolkenbruch, dazwischen ein paar Sonnenstrahlen

Summe aller Steigungen: 181 m
Höhe San Benedetto Po: 24 m ü NHN
Höhe Cremona: 45 m ü NHN

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