Atlanterra bis Cádiz:
Die Rezeption hat Wort gehalten! Ich konnte um 7 Uhr 30 frühstücken gehen. Als einziger Gast :-) Das Frühstück war sehr reichhaltig. Ich glaub, so gut hab ich in Spanien noch gar nicht gefrühstückt. Mein Navi zeigte eine Temperatur von 21 °C an. Der Wetterbericht meldete Sonne bei einer Tageshöchsttemperatur von 28 °C. Dazu wieder Wind mit einer Windstärke von 28 bis 36 km/h mit Windstößen von bis zu 54 km/h.
Um 8 Uhr 31 fuhr ich los. Das Hotel lag genau auf meiner Route, also musste ich nur losfahren. Zuerst auf der küstennahen Regionalstraße. Der Radweg neben der Straße war nicht wirklich einladend. Aber ab Barbate hatte ich einen richtig schönen Radweg neben der Straße. Sogar grün gefärbt. Ich fuhr einen Naturpark entlang. Richtig schön! Pinien, wohin ich schaute, und das Meer tauchte nach einem Ausflug ins Hinterland auch wieder auf.
Auch in Küstennähe hatte ich heute immer wieder einen Radweg. Ich genoss es, einmal nicht auf A- oder C-Autobahnen zu fahren, sondern auf richtigen Radwegen oder zumindest auf kaum befahrenen Straßen. Durch Pinienwälder fuhr ich auch in Küstennähe.
In Novo Sancti Petri musste ich die Küste verlassen, um den Parque Natural Bahía de Cádiz zu umfahren. Und damit war es auch aus mit der Idylle. Ich fuhr durch Chiclana de la Frontera und konnte nur noch teilweise auf Radwegen fahren. Und die Straßen waren ziemlich stark befahren. Kaum hatte ich die Stadt verlassen, schickte mich mein Navi auf die Piste. Nach Cádiz führt wieder nur eine Autovia. Und ich war heilfroh, diesmal nicht auf der Autobahn fahren zu müssen. Die Piste verlief entlang der Bahn und war recht gut zu befahren. Zumindest meistens.
Die Häuser von Cádiz sah ich schon lange, bevor ich in der Stadt war.
Ich hielt Ausschau nach einer Ortstafel, sah jedoch keine. Aber der Bahnhof, an dem ich vorbeikam, zeigte Cádiz an. Ich war tatsächlich in CÁDIZ!
Ich fuhr zuerst noch durch die ganze Stadt bis zur Insel mit dem Castillo de San Sebastian, bevor ich mein Hotel aufsuchte.
Um 17 Uhr 30 stand ich vor meinem Hotel.
ICH BIN MIT DEM RAD VON WIEN BIS CÁDIZ GEFAHREN!
Insgesamt bin ich ab Wien eine Strecke von 3.831,55 km gefahren und hab dabei in Summe 24.622 Höhenmeter gemacht.
Einige Pannen waren dabei: mir wurde gleich am ersten Tag meiner Tour die rechte Packtasche gestohlen. Ich kaufte mir am nächsten Tag zwei neue Packtaschen. Den fehlenden Inhalt (Abendgarderobe und Schuhe sowie eine Flasche mit Dichtverschluss) kaufte ich auf Etappen nach. Die Fixierung für das Schutzblech für mein hinteres Rad ist gebrochen. Ich montierte es ab und entsorgte es, es hätte sonst meinen Reifen aufgescheuert. Mein Sattel ist eingerissen. Ich klebte den Riss mit Isolierband zu. Das hat tatsächlich gehalten. In Gibraltar stellte ich fest, dass eine Speiche an meinem hinteren Rad abgebrochen war. Ich bog die Speiche und verband das Ende mit Isolierband mit der "übernächsten" Speiche. Auch das hat gehalten.
Mein nächstes Vorhaben ist die Rückfahrt! Vorgebucht hatte ich nichts, da ich bei so einer langen Tour nicht auf den Tag genau abschätzen kann, wann meine Rückfahrt beginnen kann. Vorbereitet hatte ich jedoch mehrere Varianten:
- Rückfahrt mit dem Flugzeug ab Jerez de la Frontera (34 km von Cádiz entfernt)
- Rückfahrt mit dem Flixbus ab Lissabon (ab Cádiz gibt es nichts; Lissabon ist gar nicht mehr so weit entfernt)
- Überfahrt mit der Fähre von Algeciras nach Tanger MED, anschließend Überfahrt mit der Fähre von Tanger MED nach Genua und Rückfahrt mit dem Zug von Genua nach Wien
- Rückfahrt mit dem Zug in mehreren Teilen
Für einen Flug hätte ich mein Rad zerlegen und in einem Karton verpacken müssen, der ein bestimmtes Maß nicht überschreiten darf. Das wäre sich nicht ausgegangen. Außerdem hab ich zu viel Gepäck. Das Rad geht als Sondergepäck, aber meine Packtaschen wiegen zusammen in etwa 28 bis 30 kg. Das hätte mir Übergepäck eingebracht.
Mit dem Flixbus hätte ich ebenfalls das Rad zerlegen und in einer Tasche oder einem Koffer verstauen müssen, um es als Sondergepäck im Gepäckraum mitnehmen zu dürfen. Flixbus hat nicht auf allen Strecken einen Fahrradträger.
Mit der Fähre trau ich mich nicht als Frau alleine, muss ich ehrlicherweise zugeben. Das hätte ich mit Rainer gemacht, der ja vorzeitig zurückgefahren ist.
Somit blieb nur noch der Zug. Allerdings geht das nur auf Etappen. Eine Direktverbindung gibt es nicht. Ohne 1 oder zwei Pausen von mehr als 8 Stunden ist keine Verbindung zu finden. Da ich ohnehin nicht ohne Übernachtungen fahren kann, such ich mir die Zwischenstopps mit Übernachtung gleich selbst aus. Ich möchte bei den Etappen möglichst wenig umsteigen müssen. Jedes Umsteigen bedeutet Stress.
Meine bisher bevorzugte Lösung wäre:
1. Cádiz-Barcelona
2. Barcelona-Nizza
3. Nizza-Triest
4. Triest-Wien
3 Übernachtungen!
Ich denk morgen noch einmal darüber nach. Auf jeden Fall mache ich hier in Cádiz 2 Tage PAUSE. Ich hab mein Hotel gleich für 3 Übernachtungen gebucht. Morgen steht Relaxing und Sightseeing auf dem Programm :-)
Abendessen war ich auch schon. Auf dem Plaza de la Catedral.
Mittagessen: Brot mit Käse, danach einen Topfenkuchen mit Kaffee, 1 Liter Agua con gas in einem Café in Chiclana de la Frontera.
Übernachtung: Hotel Patagonia Sur - ich hab ein Familienzimmer mit zwei Badezimmern (!!), ich hab also die Wahl :-), Zimmer riesengroß mit Schreibtisch und Couch, zwei Fernsehern, gepflegt, WLAN funktioniert super. Mein Fahrrad steht in der Hotelgarage. Preis in Ordnung.
Abendessen: Tagliatelle mit Käsesauce, 3/4 Liter Agua con gas.
Gesamtstrecke 91,97 km
Zeit in Bewegung 6 h 01'
Gesamtzeit 8 h 58'
Temperatur in der Früh 21 °C, tagsüber bis zu 31 °C
Sonne pur den ganzen Tag, etwas windig
Summe aller Steigungen: 643 m
Höhe Atlanterra: 37 m ü NHN
Höhe Cádiz: 18 m ü NHN






























HURRA!!! AM ZIEI!!! RESPEKT! GRANDIOS!
AntwortenLöschenEs war sehr interessant mit dir die Strecke aus Fahrradsicht mitzuerleben.
Danke für deine Berichte!
Du wirst in den nächsten Tagen sicher bald das Radfahren vermissen, wenn du dann im Zug sitzen musst (g).
Lass dir Zeit mit der Heimreise. Bestimmt kannst du während den Zwischenstopps noch ein wenig sightseeing einbauen.
Gute Heimreise und LG SE
Danke! Ich freu mich, dass du mitgelesen hast bzw. mitliest! Ich schreib auch über meine Heimreise :-)
LöschenViel Sightseeing werde ich nicht schaffen, befürchte ich. Hier in Cádiz war ich heute wieder unterwegs.
Liebe Grüße Gaby