Dienstag, 10. Oktober 2023

Tag 54: Rückfahrt mit dem Zug Teil 1 - Cádiz bis Barcelona

Cádiz bis Barcelona mit dem Zug:

Bahnfahrten mit dem Rad sind immer mit Stress verbunden. Ich fürchte mich immer schon Tage davor.

Meine Tickets waren alle auf meinem Handy in der APP. Meine erste Abfahrt ab Cádiz war um 6 Uhr 25. Den Bahnhof hatte ich bereits am Vortag im Hellen "inspiziert"!



Cádiz hat KEINE Stufen! Sehr gut! Ich stellte mir meinen Wecker auf 4 Uhr, trank einen Orangensaft im Zimmer und stand bereits 1 1/2 Stunden vor Abfahrt auf dem Bahnhof von Cádiz.


Die Spanier sind anders bzw. besser organisiert, dafür aber wesentlich strenger als die Franzosen. Auf der Anzeige erschien bereits 1 Stunde vor Abfahrt mein Gleis. Das hieß aber nicht, dass ich gleich zum Gleis gehen durfte. Man muss erst einchecken wie am Flughafen.



Ticketkontrolle, Passkontrolle. Fahrrad? Nein, das geht nicht. - DOCH, das geht! Ich falte das Fahrrad. - Das Vorderrad muss abmontiert werden. - NEIN! Ich falte das ganze Rad, dazu braucht man das Vorderrad nicht abmontieren. - Das müssen Sie hier machen. - Nein, ich mach das nicht hier, sonst muss ich ja 48 kg auf 3 mal hin- und her schleppen. Ich hab das Gepäck auf dem Fahrrad und zerlege dann alles vor dem Einsteigen. - Und das Rad muss in eine Tasche! - Ich hab eine Hülle! Das steht so in den Richtlinien der spanischen Bahngesellschaft! - Die hab ich ihr dann am Handy gezeigt. Damit war sie zufrieden. UFFFFFF.

Erste Hürde geschafft. Ich montierte alles ab, faltete mein Fahrrad, hüllte es in den Überwurf ein und stieg in den Zug. Ich bin darin schon geübt und daher recht flott.




Der Zug fuhr pünktlich ab. Ich macht mich auf die Suche nach dem Speisewaggon und kaufte mir einen Kaffee und ein Sandwich, um mein Frühstück nachzuholen. Nun hatte ich 4 Stunden 47 Minuten Zeit.

Mein erstes Ziel war Madrid. Noch einmal spanische Genauigkeit. Ich stieg aus dem Zug, baute wieder alles zusammen und schob mein Rad Richtung Halle. Oben oder unten? Das war jetzt die Frage. Ich entschied mich für die untere Ebene und suchte nach der Anzeigetafel. Ich hatte 1 Stunde 12 Minuten bis zur Abfahrt meines nächsten Zuges. Auf der Anzeigetafel stand noch nichts.




55 Minuten vor Abfahrt zeigte meine APP Gleis 4 für die Weiterfahrt an. Check-in für die Gleise 1-6 ist im Obergeschoß. Na super. Der Aufzug ist nur für Behinderte zugelassen. Ich versuchte mein Glück mit den Förderbändern, die ich beim Aussteigen am Bahnsteig schon gesehen hatte. Ich wollte bei der ersten Tür aus der Halle, die Tür ging nicht auf. Ich ging zur zweiten Tür. Die Tür ging auf, aber das Förderband draußen lief runter und nicht rauf. Ich schob mein Rad wieder zurück in die Halle und ging zur nächsten Tür. Die ging wieder nicht auf. Eine Tür weiter. Die ging auf, aber das Förderband .... GRRRRRRRRR

Anscheinend beobachtete mich eine Angestellte von der Bahngesellschaft (wahrscheinlich hat sie sich kaputtgelacht über mein verzweifeltes Hin und Her), sprach mich an und organisierte einen Schlüssel für den Aufzug. Ich durfte tatsächlich mit dem Behindertenaufzug nach oben fahren! JUHUUUUU!

Das Einchecken war dann recht einfach. Kurze Diskussion um mein Fahrrad - in einer Mischung aus deutsch, englisch, französisch und spanisch erklärte ich wieder die Richtlinien der spanischen Bahngesellschaft und durfte zu meinem Gleis.

Im Zug fand ich einen günstigen Platz (zwischen der letzten Sitzreihe und der Gepäckablage) und suchte meinen Sitzplatz. Geschafft! Irgendwann bekomm ich noch einen Herzkasper, wenn ich samt Fahrrad mit einem Zug fahre! Das Einsteigen und das Umsteigen ist jedes Mal ein Stress.


Auch mein zweiter Zug fuhr pünktlich ab. Von Madrid nach Barcelona hatte ich eine Fahrzeit von knapp 3 Stunden. Um 15 Uhr 10 war ich in Barcelona Sants. Mein Hostel mit Stockbetten war hinter dem Bahnhof, ich hatte also nicht weit. Neben meinem Hostel fand ich einen Supermarkt und kaufte mein Frühstück für den nächsten Tag ein.

To be continued ...

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen