Nizza bis Triest mit dem Zug:
Ich glaub, eine Woche mit dem Rad ist weniger stressig als ein Tag mit dem Zug. Aber ich seh allmählich Licht am Ende des Tunnels!
Heute musste ich nicht gar so früh zum Bahnhof fahren, ein gemütliches Frühstück im Hotel ging sich noch aus.
Den Bahnhof in Nizza kannte ich schon. Ich wusste, dass das Gleis erst 20 Minuten vor Abfahrt des Zuges bekannt gegeben wird. Und ich wusste, dass man nur mit dem QR Code des Tickets durch die Schleuse kommt und dass die Schleuse manchmal trotzdem nicht aufgeht. Und das war auch heute so. Die Schleuse ging nicht auf. Ich probierte es auf der Schleuse links von mir. Ging auch nicht. Die Schleuse rechts von mir? Aaaah die ging auf einmal auf, und ich stand auf dem Bahnsteig. Mein Gleis wusste ich noch nicht, also wartete ich und wartete und wartete. 15 Minuten vor Abfahrt des Zuges stand endlich das Gleis auf der Anzeige. Gleis D.
Rüber zum Aufzug (in Nizza gibt es wenigstens einen!), rauf mit dem Aufzug, entlang der Brücke bis zum richtigen Aufzug. Runter zum richtigen Gleis. Geschafft!
Der Zug trudelte ein. Ich hatte noch 3 Minuten, um mein Fahrrad zu falten, in den Zug zu heben, noch einmal auszusteigen und mein Gepäck zu holen. Die Tür ging zu, und der Zug fuhr los. Der Zug war heillos überfüllt. Ich setzte mich neben dem Rad auf den Boden, musste aber immer wieder aufstehen, wenn jemand aussteigen oder einsteigen wollte.
Nach 52 Minuten stieg ich in Ventimiglia aus. In Ventimiglia gibt es weder Aufzüge, noch Rolltreppen. Um das Gleis zu wechseln, muss man die eine Treppe runter und die andere wieder rauf. Und das mit Fahrrad und Gepäck. Toll! Ich hatte diesmal auch kein Glück mit dem Gleis, ich musste Treppen steigen. Allerdings hatte ich eine Stunde Zeit. Und meine APP zeigte mir bald das richtige Gleis an! Immerhin.
Der Zug von Ventimiglia nach Mailand hatte einen Fahrradbereich im zweiten Waggon, und der Zug stand schon da. Ich stieg ein (ohne das Fahrrad zu zerlegen, da es Aufhängevorrichtungen gab). Nein! Nicht ohne Reservierung für das Fahrrad. Ich begann zu diskutieren. Alles leer, mein Fahrrad war das einzige. Ich kann es auch zerlegen und wieder in die Hülle stecken. GFZEuwogh iuoia7ezrpae7ctoa8zeüa. Ja! Er gab auf, und schon war ich drin im Zug. Ich hängte das Rad auf und suchte mir meinen Platz.
Nun hatte ich Zeit bis Mailand. Das waren immerhin fast 4 Stunden.
Ich kam mit einem Mann mit Hund ins Gespräch, der aus Portugal unterwegs war. Für ihn war es ebenfalls schon der dritte Tag, an dem er im Zug saß. Seine Freundin war mit dem Flugzeug geflogen, aber er wollte das seinem Hund nicht antun und wählte den Zug. In Portugal hatte er am Marathon teilgenommen. Ich erzählte ihm von meiner Radtour. Ufff... meinte er, das ist ja noch viel mehr als ein Marathon. DAS glaub ich aber ganz bestimmt nicht. Ein Marathon ist etwas, was ich nie machen könnte!
In Mailand musste ich wieder umsteigen. Immerhin musste ich hier nicht Treppen steigen! Aber in Mailand war ein Auflauf auf dem Bahnsteig, verursacht von der Polizei. Was auch immer los war, eine Gruppe von Passagieren wurde von der Polizei kontrolliert. Und eine riesen Menschenmasse wälzte sich an dem Auflauf vorbei in Richtung Bahnhofshalle. Ich sah meinen Bahnsteig auf der Anzeige, das stimmte auch mit meiner APP überein. Und ich schaffte es endlich, zu meinem Bahnsteig durchzudringen. Ähm ... noch 10 Minuten bis zur Abfahrt. Aber da steht kein Zug? Ich sah auf dem Bahnsteig eine Putzbrigade und fragte nach dem Zug. Die gaben mir doch tatsächlich Auskunft. Der Zug steht auf Gleis 10! Gleis 15 ist falsch. AHA! Ich düste zu Gleis 10. Und da stand auch wirklich mein Zug! Ich schob mein Rad bis zum zweiten Waggon. Kein Fahrradsymbol. Aber der zweite Waggon hatte ein Behindertensymbol. Und erfahrungsgemäß ist da immer mehr Platz als in den normalen Waggons. Ich wollte einsteigen. Nix da! Fahrrad geht nicht. DOCH!
Man muss die Leute niederreden! Am besten in einer Sprache, die sie nicht verstehen. Dazu das Handy herzeigen, die Screenshots, die ich von der Fahrradmitnahme gemacht hatte. Bei den Franzosen und bei den Italienern hat's geklappt. Und schon war ich drin im Zug. Der Oberkontrolleur hechtete mir dann zwar hinter her und erklärte: HIER geht es nicht! Ich zerlegte mein Rad vor seinen Augen (ich bin schon sehr flott!) und zeigte ihm, genau DA passt es hin. Dann gab er Ruh.
Mein Platz war im Waggon Nr. 7, mein Rad und mein Gepäck im Waggon Nr. 2. Zweimal ging ich nachschauen, ob eh alles in Ordnung war. Und da ich durch den Speisewagen gehen musste, blieb ich da auch hängen und kaufte mir eine Kleinigkeit. Viel boten sie eh nicht, außerdem gab es nur Stehplätze.
Mein Zug kam wieder pünktlich um 19 Uhr 27 in Triest an!
Mein B&B Hotel war gleich um die Ecke.
Ich bin in Triest! Morgen hab ich viel Zeit, mein Zug nach Wien geht erst zu Mittag. Und ich muss morgen nicht umsteigen!
To be continued ...









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