Torre del Mar bis Coín:
Finster ward's, der Mond schien helle,
als eine Radlerin blitzesschnelle
langsam um die runde Ecke fuhr.
Im Café standen sitzend (keine) Leute
schweigend ins Gespräch vertieft ...
oder so.
Das mit dem frühen Frühstück ums Eck klappte heute wirklich. Sie sperrten pünktlich um 7 Uhr 30 auf, wobei ich vorher schon Restln im Zimmer gegessen hatte und mir im Café nur einen Kaffee, ein Croissant und noch ein weiteres Wasser bestellte.
Die Temperatur betrug 16 °C. Der Wetterbericht meldete wieder Sonnenschein (wie es jetzt täglich der Fall war) bei einer Tageshöchsttemperatur von 28 °C. Kaum Wind.
Licht an und los. Um 7 Uhr 58 peilte ich wieder die Küstenstraße namens N-340 bzw. N-340a an. Die heutige Etappe war jedoch anders als die letzten Etappen. Die Küstenstraße war heute tatsächlich flach. Erstaunlich!
Mir kamen heute viele Radfahrer entgegen. Auch in Gruppen waren sie unterwegs. Jedoch alle ohne Gepäck. Ich fuhr auch durch einige Ortschaften und war nicht so ganz in der Einöde unterwegs. Mittlerweile hab ich ja eine Technik entwickelt wie man auf N- oder auf C-Straßen bei Ausfahrten oder Abzweigungen fährt. Man bleibt so lange auf dem Pannenstreifen (der Abbiegespur), bis es nimmer anders geht. Dann ein Blick in den Rückspiegel, ein kurzer Blick über die linke Schulter, Arm raus und zack rüber.
Wenn man nämlich auf der Geradeausspur bleibt, hat man links Autos und rechts Autos und ist wie ein Sandwich mitten drin. Und das ist sehr unangenehm.
In Kreisverkehren geht das genauso. Immer am rechten Rand bleiben, bei jeder Ausfahrt Arm raus und zack eine Spur weiter, um im Kreisverkehr zu bleiben.
Ich näherte mich allmählich Málaga. Und kaum hatte ich mich versehen, war ich auf der Autobahn. Aber ich kenn mich jetzt schon aus, was erlaubt ist und was nicht. Grundsätzlich ist alles erlaubt, was nicht ausdrücklich verboten ist. Und das sind im Normalfall die Autopista-Autobahnen. Alles andere muss mit Verbotsschild gekennzeichnet sein. Und die MA-24, auf der ich heute ein paar Kilometer unterwegs war (blau und mit Autobahntafeln!), war für Radfahrer erlaubt.
Viel sah ich leider nicht von Málaga. Dabei wäre diese Stadt sehenswert. Málaga ist die zweitgrößte Stadt in Andalusien und die sechstgrößte Stadt Spaniens. Die Hauptstadt der Provinz Málaga besitzt einen der größten spanischen Flughäfen, einen Handelshafen und eine Universität. Wegen ihres Klimas ist sie eines der wichtigsten Urlaubsziele der Iberischen Halbinsel. Aber auch historische Bauwerke aus der Zeit der Römer, der Karthager kann man besichtigen. Und auch die Mauren hinterließen ihre Spuren.
Ich konzentrierte mich auf meine berechnete Route und landete auf einer Piste. Von Sand, Schotter, Furchen, Geröll bis hin zu Wasser hatte ich alles dabei. Und ich sah sogar startende Flugzeuge über mir. Ich umfuhr nämlich das Flughafenarreal.
Die Flugzeuge beim Start zu beobachten, fand ich richtig interessant. Weiter ging es auf der Avenida de Las Americas. Diesmal war es eine grün gekennzeichnete Straße.
Hier blieb es dann doch nicht flach. Das Hinterland ist bergig. Mit Aufs und Abs auf der A-404 fuhr ich einen Bogen ins Hinterland. Der Grund für meinen Ausflug ins Hinterland lag darin, dass die Küstenstraße zwischen Málaga und Marbella abschnittweise mit der A-7 identisch ist und als Autovia gekennzeichnet ist. Und die hat ein Fahrradfahrverbot.
Hier merkte ich, dass es doch einen Unterschied macht, ob man an der Küste unterwegs ist oder im Hinterland. Im Hinterland ist es vollkommen windstill, die Brise vom Meer fehlt. Und dadurch ist es heißer. Die Sonne brennt hier intensiver. Irgendwo im nirgendwo tauchte eine Tankstelle vor mir auf. Da ich weit und breit kein Lokal gesehen hatte, machte ich kurzer Hand meine Mittagspause in der Tankstelle bei Wasser und Brot mit anschließendem Expreso doble.
Coín, mein Etappenziel, begrüßte mich gleich mit mehreren Baustellen, denen wieder ein Anstieg folgte. Mein Hotel erreichte ich um 15 Uhr 19. Das Hotel hat einen Self Check-in mit Code für das Tor und Code für das Zimmer. Der Aufzug ist winzig, mein Zimmer ist im 3. Stock. Ich musste mein Fahrrad über 3 Stockwerke hinauftragen.
Im Ort gönnte ich mir zuerst ein Eis. Bei der Gelegenheit kaufte ich mir in der Heladeria gleich meinen Wasservorrat für morgen: 4 Flaschen stilles Mineralwasser. Heute ist Sonntag, und die Geschäfte sind geschlossen. Die Öffnungszeiten der Geschäfte finde ich hier ja sehr angenehm. Meistens heißen die Supermärkte Mercadona und sind bis 21 oder sogar 22 Uhr geöffnet. Ich kann am Abend immer für den nächsten Tag einkaufen gehen. Außer es ist Sonntag!
Danach suchte ich ein Lokal, was nicht ganz einfach war. Viele Lokale sind geschlossen. Die Saison ist vorbei. Auf dem Platz vor der Kirche fand ich schließlich ein nettes Lokal.
Mein Hotel bietet Frühstück ab 8 Uhr an. Das muss ich diesmal akzeptieren, da es keine Cafeteria gibt, die früher öffnet.
Mittagessen: Wasser mit Brot und anschließendem Kaffee in einer Tankstelle.
Übernachtung: Hotel Albaicín mit Self Check-in - Zimmer riesengroß und in Ordnung, die Halterung für die Dusche ist desolat, WLAN funktioniert super. Mein Fahrrad steht im Zimmer. Preis in Ordnung.
Abendessen: Spaghetti Carbonara, dazu Agua con gas.
Gesamtstrecke 71,36 km
Zeit in Bewegung 5 h 00'
Gesamtzeit 7 h 19'
Temperatur in der Früh 16 °C, tagsüber bis zu 29 °C
Sonne pur den ganzen Tag, kaum windig
Summe aller Steigungen: 558 m
Höhe Torre del Mar: 8 m ü NHN
Höhe Coín: 219 m ü NHN






















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