Dienstag, 10. Oktober 2023

Tag 55: Rückfahrt mit dem Zug Teil 2 - Barcelona bis Nizza

Barcelona bis Nizza mit dem Zug:

Es ist unglaublich! Eine Steigerung ist noch möglich.

Ich war wieder viel zu früh am Bahnhof. Mein Zug stand noch nicht auf der Anzeigetafel. Und auch meine APP zeigte mein Gleis noch nicht an. Nur nicht aufregen, das wird schon! McDonald's im Bahnhof hat Kaffee, das hilft immer.



Aaaah es tut sich was. Ich sah mein Gleis auf der Anzeige! Gleis 1 bzw. erst einmal Check-in Nr. 1. Ich reihte mich für den Check-in für Gleis 1 ein. Centimeter für Centimeter ging es voran, bis ich an der Reihe war.



Packtasche 1 aufs Fließband, Packtasche 2 aufs Fließband, Rollsack aufs Fließband, meine Bauchtasche aufs Fließband, Helm aufs Fließband. Wie am Flughafen! Ganz genau so!

Fahrrad? Das geht nicht!

NICHT SCHON WIEDER! Das Fahrrad darf mit! Gefaltet, in einer Hülle. Das ist laut spanischen Richtlinien der Bahngesellschaft erlaubt! Und nicht HIER, sondern vor dem Einsteigen. Ich bin schon geübt im Diskutieren mit den zuständigen Leuten von der Bahn. Spanisch - englisch - deutsch - wieder englisch - französisch. Ich hab alles gemischt, um meinem Anliegen Nachdruck zu verleihen. Da schmeißt man ja die Nerven weg!

Geschafft! Sie haben es akzeptiert, dass ich mit dem Fahrrad und den Packtaschen und dem Rollsack und dem Helm und und und zur Sammelstelle gehen durfte. Wer durchgeschleust war, musste an der Sammelstelle warten, um vom nächsten Sicherheitsmenschen abgeholt zu werden. Alleine darf man nicht zum Gleis gehen!

An der Sammelstelle durfte ich großzügigerweise zum Aufzug gehen! Die anderen gingen zur Rolltreppe. Der Sicherheitsbeamte drückte den Knopf. Es ging abwärts zu den Gleisen. Der Zug stand schon da. Wir hatten noch 15 Minuten Zeit. Das reichte für mich aus, um das Gepäck wieder abzubauen und mein Rad zu falten. Übung macht den Meister! Der Sicherheitsbeamte sagte, das Rad muss in den Waggon Nr. 8, da ist mehr Platz. Mein Sitzplatz war im Waggon Nr. 3. Auch gut. Gepäck und Rad kamen in den Gepäckraum im Waggon Nr. 8. Und der wurde zugesperrt.

Ich suchte meinen Sitzplatz und verschnaufte. Der Zug setzte sich in Bewegung. Ich hatte 3 1/2 Stunden Zeit und sponserte wieder den Speisewagen. Als mein erster Stopp in Nîmes angekündigt wurde, becircte ich die Wagenbegleiterin, mir den Gepäckraum aufzusperren, damit ich aussteigen konnte.

Ich baute mein Fahrrad wieder zusammen und wartete ab, da ich mein nächstes Gleis noch nicht kannte. Glücklicherweise war es genau das gleiche Gleis, und ich musste nicht durch die Halle! Und ich hatte noch einmal Glück: mein nächster Zug hatte einen Fahrradwaggon, so dass ich mein Rad in die Aufhängevorrichtung hängen konnte! Ich kam außerdem mit zwei Franzosen ins Gespräch, die ebenfalls mit dem Fahrrad unterwegs waren und mir beim Aufhängen meines Fahrrades halfen.


Mein zweiter Abschnitt von Nîmes bis Marseille dauerte nur etwas mehr als eine Stunde, danach stand wieder Umsteigen auf dem Programm. Gemeinsam mit den beiden Franzosen stieg ich aus, wir halfen uns wieder gegenseitig. Die Franzosen fuhren auch nach Nizza, somit hatten wir auch den gleichen nächsten Zug.

In Marseille bleibt man auf der gleichen Ebene, um das Gleis zu wechseln. Wir hatten nur 20 Minuten Zeit, in meiner APP stand bereits das nächste Gleis. Auch mein dritter Zug von Marseille nach Nizza hatte einen Fahrradwaggon. Der war allerdings am anderen Ende des Zuges, und ich hatte bereits mein Gepäck abgeladen. Ich düste mit dem Rad (schiebend) zum anderen Ende des Zuges, hüpfte hinein und rannte wieder zurück zu meinem Gepäck. Mit meinen beiden Packtaschen sowie meinem Rollsack stieg ich gleich da ein, wo ich stand, und arbeitete mich durch 7 Waggons bis zu meinem Fahrrad durch. Schnaufffffffff.

Nun hatten wir wieder viel Zeit bis Nizza und unterhielten uns auf englisch gemischt mit französisch. Die beiden Franzosen leben in den Bergen oberhalb von Nizza und haben mir ihre Karte samt e-Mail Adresse und Handynummer gegeben. Falls ich wieder in der Gegend bin, soll ich mich melden.


Der Zug kam pünktlich um 17 Uhr 35 in Nizza an. Die beiden stiegen eine Station früher aus. Beim Aussteigen stellte ich fest, dass ich keinen Helm mehr hatte. Der fährt jetzt in einem der Züge spazieren. Na ja …

Ich bin in NIZZA! Mein Hotel kannte ich schon von einer früheren Etappe meiner Radtour. Ich war auch schon Abendessen und spazieren in Nizza.

















Meine nächste Etappe beginnt erst um 9 Uhr 50, somit kann ich gemütlich im Hotel frühstücken. Der Bahnhof ist 1,1 km entfernt.

To be continued ...

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