Estepona bis Gibraltar:
Die beiden Chefs von meinem Hotel waren super. Das sind zwei Brüder, die das Hotel gemeinsam führen. Als ich das Rad fertig gepackt hatte, bekam ich pünktlich um 7 Uhr 45 mein Frühstück. Draußen war es noch finster.
Brot mit Butter und Käse kam zum Kaffee und zum Wasser auch noch dazu :-)
17 °C zeigte mein Thermometer an, der Wetterbericht meldete wieder Sonnenschein mit einer Tageshöchsttemperatur von 28 °C. Ich glaub, die Platte hat schon einen Sprung. Wir haben Oktober, und die Temperaturen sind noch immer nahe bei 30 °C. Unglaublich. Aber ich bin hier schon ziemlich im Süden von Europa unterwegs. Dazu meldete der Wetterbericht Wind mit einer Windstärke von bis zu 11 km/h mit Windstößen von bis zu 30 km/h.
Um 8 Uhr 28 fuhr ich los. Vom Hotel aus nach rechts zur ... ähm ... Autovia A-7. Fortsetzung von gestern. Hier gibt es leider keine andere brauchbare Straße. Also auffi auf die Autobahn.
In San Diego nach 12 km verließ ich sie wieder bzw. musste ich sie wieder verlassen. Ich fuhr zuerst zur Küste, dann um einen Jachthafen herum. Die Gegend hier sah recht wohlhabend aus! Und sehr grün! Richtig schön!
Nach meiner Runde durch Torreguadiaro, Sotogrande und Las Lomas mündete meine Avenida in die Antigua N-340. Die "neue" N-340 war hier identisch mit der A-7, auf der ich seit San Diego ja nicht mehr fahren durfte. Und diese N-340 / A-7 war ganz in der Nähe. Aber die Antigua gibt es noch. Antigua heißt übersetzt uralt. Dabei machte diese Antigua N-340 gar nicht so einen uralten Eindruck. Mir war es auf jeden Fall sehr recht. Ich war fast alleine unterwegs. Nur zwei Radfahrer mit viel Gepäck kamen mir entgegen. Es gibt also doch noch andere Radfahrer, die in Spanien auf Tour gehen. Ich fuhr immer mehr auf und ab und auf und ab. Bist du g'scheit, das ist eine bergige Gegend. Dann kreuzte ich die A-7 und landete auf einem Kreisverkehr. Spanien hat auch eine große Schwäche für Kreisverkehre. Das ist nicht nur eine österreichische Spezialität. Mein Navi sagte mir, ich soll die 3. Ausfahrt nehmen. Die sah so aus:
Ein Radweg neben der grünen A-383. DAS soll ich fahren? This is the way to Gibraltar? Der Radweg nannte sich "Sendero del Higuerón 2". Sendero hin oder her. Nein danke! Den fahr ich nicht. Ich fuhr den Kreisverkehr noch einmal rundherum, weil's so nett ist, Kreisverkehre zu fahren, und blieb bei der Ausfahrt zur A-383 stehen. Grüne A-Straßen hatte ich schon, als ich zwischen Málaga und Marbella im Landesinneren war. Das waren ganz brauchbare gute Straßen. Fahrradfahrverbot gab es auch nicht. Also wählte ich die A-383 statt der Piste oben.
Und dann tauchte er vor mir auf. Zuerst noch in weiterer Ferne, aber ganz deutlich. Und er kam immer näher. Der Felsen von Gibraltar!
Was für ein imposanter Felsen! Und aus so einer großen Entfernung sieht man ihn schon!
Die grüne A-383 ging schließlich in eine ganz normale Straße über, und ich erreichte La Línea de la Conceptión. Auch hier ist der Felsen allgegenwärtig. Für die Einheimischen ist er sicher normaler Alltag, für mich war er beeindruckend.
Mein Navi führte mich durch die Stadt, bis ich die Grenze erreichte. Es gibt hier nur eine Möglichkeit, um die Grenze zu passieren: die Gibraltar Passport Control Station vor dem Flughafen. Ob es am Brexit liegt oder ob es immer so ist und war, kann ich nicht sagen. Aber an der Grenzstation stand eine Autoschlange. Aber die tangierte mich nicht, für Fahrräder gibt es eine eigene Spur, und ich fuhr an den Autos vorbei bis zum Grenzposten. Ich wurde 2 Mal (!!!) nach dem Pass gefragt. Einmal vom Spanier und einmal vom Briten.
Und dann kam der Durchgang zum Flugfeld. Man fährt hier tatsächlich nach der Grenzkontrolle mitten übers Flugfeld. Es gibt eine Ampelregelung.
Nachdem ich das Flugfeld überquert hatte, bog ich beim Kreisverkehr links ab und fuhr die Westküste von Gibraltar entlang. Ich fuhr die Felswand entlang und erreichte den Dudley Ward Way, einen fast 1 km langen Tunnel. 12 % bergauf im Tunnel! So was hab ich ja noch nie erlebt! Wer baut denn so einen Tunnel! Sehr hell beleuchtet war er auch nicht. Entrisch!
Danach ging es natürlich wieder steil bergab, bis ich das Südende der Halbinsel erreicht hatte. Hier ist der Europa Point Scenic Spot, das Europa Point Lighthouse (der historische Leuchtturm von Gibraltar), der südlichste Punkt von Gibraltar, Harding's Battery und noch weitere historische Denkmäler, die an die Vergangenheit von Gibraltar erinnern. Ich stapfte teils ohne Rad und teils schiebend zu den einzelnen Denkmälern. Mit der Geschichte von Gibraltar beschäftigte ich mich im Nachhinein noch einmal im Detail.
Anschließend gab ich mein Quartier als Ziel in mein Navi ein und fuhr auf und ab und auf und ab durch die teils sehr engen Straßen der Westseite von Gibraltar. Sogar Treppenstraßen waren dabei, die ich mit dem Rad durchrumpeln musste. Uffff... da wurde ich noch einmal ganz schön gefordert!
Mein Quartier erreichte ich um 13 Uhr 40. Zuerst kaufte ich mir gegenüber in der Bakery noch ein überbackenes Sandwich und ein Eis zur Feier des Tages, bevor ich mein Zimmer aufsuchte. Diesmal hab ich ein Apartment im 5. Stock. Der Aufzug ist groß genug für das voll bepackte Fahrrad! Sehr angenehm!
Das Apartment ist riesengroß und hat zwei Schlafzimmer. Eines für meine Packtaschen, eines für mich :-) In der Wohnküche steht mein Fahrrad. Und ich schaltete gleich die Waschmaschine ein.
Mittlerweile war ich auch schon Abendessen irgendwo im Zentrum. Ich muss mich erst orientieren. Ich ging einfach drauf los, fand Tische im Freien und setzte mich. Hier komm ich auf einmal gut mit Englisch durch, was bisher in Spanien nicht der Fall war.
Mittagessen: Überbackenes Sandwich in der Bakery gegenüber von meinem Apartment, dazu einen Liter Mineralwasser, im Anschluss danach ein Eis und einen doppelten Espresso.
Übernachtung: Apartment im Stunning Penthouse - City Centre Skyline Balcony at Grand Central House - riesengroßes Apartment, sehr gepflegt und sauber, WLAN funktioniert super. Mein Fahrrad steht in der Wohnküche. Preis ziemlich teuer, war für Gibraltar auch zu erwarten.
Abendessen: Spaghetti Carbonara, Mineralwasser prickelnd.
Das Apartment hab ich gleich für zwei Übernachtungen gebucht. Ich mache hier PAUSE und besuche morgen die Affen.
Gesamtstrecke 47,31 km
Zeit in Bewegung 3 h 21'
Gesamtzeit 5 h 12'
Temperatur in der Früh 17 °C, tagsüber bis zu 26 °C
anfangs fast nur Sonne, im Laufe des Tages zogen Wolken auf, etwas windig
Summe aller Steigungen: 509 m
Höhe Estepona: 20 m ü NHN
Höhe Gibraltar: 24 m ü NHN























































Hurra!!! GIBRALTAR erreicht!!!
AntwortenLöschenGLÜCHWUNSCH!!!!
Ja, das Überqueren des Rollfeldes zu Fuß ist etwas Besonderes. Das habe ich auch schon erlebt.
So, nun rauf auf den Affenberg! Viel Vergnügen!
LG SE
Danke!!!!!
LöschenIch war schon oben! Und ich hab gerade einen weiteren Beitrag mit Fotos gepostet.