Montag, 2. Oktober 2023

Tag 47: Coín bis Estepona

Coín bis Estepona:

Als ich mit dem Rad fertig war und in die Küche schaute, war bereits ein Kellner am werkeln. Er meinte, Frühstück gibt es erst in einer halben Stunde, um 8 Uhr 30. NEIN! Das ist mir zu spät. Ich bin schon mit Kaffee, Wasser und irgendeinem Stück Brot zufrieden, meinte ich. Da muss nichts getoastet werden. Damit war er dann einverstanden, und ich konnte (spartanisch) frühstücken. Mein Navi zeigte eine Temperatur von 16 °C an. Fast schon kalt für Südspanien. Aber für eine Radtour gerade richtig. Der Wetterbericht meldete wie immer Sonnenschein bei einer Tageshöchsttemperatur von 28 °C. Dazu Wind mit einer Windstärke von bis zu 15 km/h mit Windstößen von bis zu 35 km/h. Wird das jetzt wieder mehr?

Um 8 Uhr 31 fuhr ich los. Vom Hotel aus nach rechts die Straße runter, dann nach links und wieder bergauf. Aus dem Bergauf wurde ein richtig kräftiges Bergauf, bis ich wieder eine Hauptstraße erreicht hatte -  diesmal war es die grüne A-355A, aus der bald die grüne A-355 wurde.


Auch diese Straße ging bergauf, allerdings nur moderat. Nichts aufregendes. Was mir bald auffiel, war die sich verändernde Landschaft. Während ich bis Coín noch in eher karger Vegetation unterwegs war, sah ich immer mehr Bäume bzw. Wälder. Ich fuhr durch eine richtig schöne Landschaft!






Und als ich mit dem Bergauf fertig war, hatte ich einen richtig tollen Ausblick ins Tal und auf das Meer. Ein Traum von einem Blick!







Von nun an ging's bergab bis Marbella. Eine richtig tolle Talfahrt.


Dieses war der erste Streich, und der zweite folgte sogleich. In Marbella war ich zuerst kurz auf der Küstenstraße, bog dann aber Richtung Strand ab, um zu sehen, ob man da fahren kann. Konnte man. Sogar sehr gut! Eine richtig gute Entscheidung. Ich fand hier genau diesen Holzplattenradweg vor, von dem ich schon einmal gehört hatte. Ein Holzplattensteg mit Geländer als Radweg. Ein Traum! Der Radweg war ein Traum, toll zu fahren. Und der Blick aufs Meer war ein Traum.








Die Holzplatten hatte ich nicht immer, aber den Blick aufs Meer und auf den Strand konnte ich die ganze Zeit genießen. Der Strand von Marbella ist richtig schön und auch sehr lang.


Dieses war der zweite Streich, und der dritte folgte sogleich. Der Strandradweg war leider aus, und ich musste mir überlegen, wie es weiterging. Meine ursprüngliche Planung bezog die nahegelegene Autobahn mit ein und kam für mich somit nicht in Frage. Eigentlich. Daher befragte ich googlemaps auf meinem Handy und mein Navi. Beide schickten mich auf die nahgelegene Autobahn. Das gibt's doch nicht? Da müssen doch Straßen sein? Nix da, die Straßen führen nicht weiter, die gehen nur im Kreis oder um den Häuserblock. Es gibt außer der Autobahn A-7 mit der Bezeichnung Autovia NICHTS. Die N-340, die ich in letzter Zeit viele Male gefahren war, ist hier identisch mit der A-7.  Ich fuhr zum Kreisverkehr, schaute mir die Auffahrt genau an. Auf der Auffahrt gab es kein Fahrradfahrverbotsschild. Also ist die A-7 für Fahrräder erlaubt. Maut gibt es auch nicht. Also .... auffi auf die Autobahn.

Bist du g'scheit. Der Pannenstreifen war sehr schmal, die Autos und LKWs rauschten an mir vorbei. 18 km blieb ich auf der A-7! Zweimal hatte ich die Möglichkeit, auf eine Nebenfahrbahn auszuweichen, die jeweils an einem Einkaufszentrum vorbeiführte. Ansonsten war ich auf einer Autobahn, auf der Radfahrer fahren dürfen, die keine Alternative hat und auf der ich tausend Tode gestorben bin.



Bei der Autobahnausfahrt Estepona verließ ich sie. Hier war ebenfalls ein Kreisverkehr, eine der Ausfahrten führte zu einem Zubringer auf die Autopista AP-7 Richtung Cádiz. Und diese AP-7 hatte ein Radfahrverbotsschild. Interessant!

Ich nahm die Ausfahrt Zentrum Estepona und sah auf der rechten Seite einen McDonald's. McDonald's beinhaltet zwar andere Gefahren - ich erinnere mich nur allzu gut an meine geklaute Packtasche beim McDonald's in Neunkirchen. Aber hier beruhigte ich erst einmal meine Nerven nach der Autobahnfahrt.

Ich besitze nun den Führerschein für "Radfahren auf allen möglichen und unmöglichen Wegen in Spanien". Das Fahrtraining auf der Autobahn hatte noch gefehlt.

Nach McD fuhr ich durch Estepona und teilweise auch den Strand entlang, wobei dieser hier wegen einer Baustelle nicht durchgängig befahrbar war. Schade!







Auch von Estepona aus gibt es außer der Autovia A-7 keine Alternative, um die Küste entlang weiterzufahren. Somit musste ich noch einmal auf die Autobahn. 4,7 km auf der A-7, und ich war bei meinem Hotel.


Vermutlich hätte ich meinen Ausflug ins Hinterland zwischen Málaga und Marbella gar nicht machen müssen. Aber andererseits bin ich froh darüber, da er meine Nerven nicht nur geschont hat, sondern mir so eine tolle Landschaft und so einen tollen Ausblick von der Anhöhe beschert hat. Und den möchte ich nicht missen.

Ich befürchte, morgen wird es nicht anders werden, wenn ich googlemaps studiere. Ich seh wieder nur Autobahnen. Aber darüber denke ich morgen nach.

Mein Hotel erreichte ich um 15 Uhr 15. Ich war schon Abendessen, 5 Gehminuten entfernt gibt es ein thailändisches Lokal.

Mit dem Chef vom Hotel diskutierte ich über mein Frühstück morgen. Wir einigten uns auf 7 Uhr 45.

Mittagessen: Chicken McNuggets und Pommes bei einem McDonald's in Estepona, anschließend McSundae Caramel und einen Espresso, nicht zu vergessen einen Liter Mineralwassar. Total ungesund, kalorienreich, aber es beruhigte meine Nerven.
Übernachtung: Hotel Piedra Paloma - Zimmer groß und in Ordnung, 3 kleine Wasserflaschen standen auf dem Tisch, WLAN funktioniert gut. Mein Fahrrad steht im Zimmer. Preis in Ordnung.
Abendessen: Huhn süßsauer mit Reis, anschließend Mango mit Kokoscreme, Agua con gas.

Gesamtstrecke 62,33 km
Zeit in Bewegung 4 h 20'
Gesamtzeit 6 h 41'
Temperatur in der Früh 16 °C, tagsüber bis zu 29 °C
Sonne pur den ganzen Tag, kaum windig

Summe aller Steigungen: 617 m
Höhe Coín: 219 m ü NHN
Höhe Estepona: 20 m ü NHN

1 Kommentar:

  1. Mit dem Rad auf der Autobahn ist ja wirklich ungut! Aber was sollst du sonst machen, wenn es keine Alternative gibt? Vielleicht die Straßen in Spanien zu früh gelobt?
    Hey, dann kommst du ja morgen nach Gibraltar? Für den Affenfelsen solltest du dir Zeit einplanen! Ausblick bis nach Afrika!
    Ich wünsche dir morgen gute Straßen ohne Autobahn.
    LG SE

    AntwortenLöschen