Samstag, 7. Oktober 2023

Tag 52 und 53: Cádiz

Cádiz:

Laaaaange schlafen und danach gemütlich frühstücken stand heute im Vordergrund. Mein Frühstück war leider etwas spartanisch. Ich hab jetzt 2 Tage Pause :-)

Cádiz ist die Hauptstadt der Provinz Cádiz in der Autonomen Region Andalusien in Süd-Spanien mit 116.027 Einwohnern (1. Januar 2019). Die Stadt erhebt sich auf einer Landzunge, die in die Bucht von Cádiz vorspringt. Diese ist ein kleiner Teil des Golfs von Cádiz.

Cádiz gehört zu den ältesten Städten Westeuropas. Der Legende nach wurde die Stadt durch Herakles gegründet; darauf beruft sich noch heute das Stadtwappen mit der Inschrift "Hercules Fundator Gadium Dominatorque" (Herkules, Gründer und Herrscher von Cádiz). Geschichtlich gesehen wurde Cádiz (phöniz.: gdr (Gadir), d. h. "Festung"; griechisch Gadeira) von phönizischen Kauffahrern aus Tyros als Militärstützpunkt und Warenumschlagplatz gegründet. Die phönizischen Kolonisten erkannten die günstige Lage der Insel (erst im 17. Jahrhundert wurde sie zu einer Halbinsel) an der Mündung des Guadalete. Der römische Historiker Velleius Paterculus gibt zwar als Zeitpunkt der Grundsteinlegung "80 Jahre nach dem Trojanischen Krieg" an, also etwa 1100 v. Chr.; archäologisch nachgewiesen ist eine Besiedlung des Gebiets jedoch erst ca. 300 Jahre später, wobei die ältesten Funde unter dem Teatro Cómico in Cadiz zum Vorschein kamen und ins späte 9. oder frühe 8. Jh. v. Chr. datieren.

Unter den Phöniziern, und später unter den Karthagern, wurde Gadir zu einem blühenden Handelszentrum.

Berühmt war Cádiz in der Antike für sein Heiligtum des Melkart, des phönizischen Stadtgottes der Mutterstadt Tyros, der von Griechen und später Römern (fälschlicherweise) mit Herakles identifiziert wurde. Der Tempel lag auf der heutigen Isla de Sancti Petri etwa 18 km südlich der Stadt. Nach Überlieferungen wurde das vom almoravidischen Statthalter 1146 auf der Suche nach einem sagenhaften Schatz zerstört. Da die Spanier ferner im 17. Jahrhundert ein Fort an der Stelle des antiken Tempels errichteten, blieben von dem Tempel nur geringe Reste erhalten.

Bald darauf kam die Stadt unter römische Herrschaft und erhielt den latinisierten Namen Gades. Seitdem wurde Cádiz immer bedeutender. 49 v. Chr. leistete es Caesar in dessen Bürgerkrieg gegen Pompeius wertvolle Unterstützung. Caesar verlieh Cádiz das römische Bürgerrecht. Es wurde Municipium, erhielt unter Augustus den Namen Augusta Urbs Iulia Gaditana und entwickelte sich in der Kaiserzeit zu einer der reichsten und größten Städte im Westen des Römischen Reichs.

Mit dem Untergang des Römischen Reiches verlor auch Cádiz an Bedeutung, war in Folge teilweise umkämpft, wurde aber auch zerstört und wieder aufgebaut. Nach der Entdeckung Amerikas wurde Cádiz wieder bedeutend als ein Hauptstapelplatz des spanischen Handels mit den überseeischen Kolonien und als Hafen der spanischen Silberflotte. Im 18. Jahrhundert erlebte die Stadt eine Blütezeit.

Die Stadt zeigt mit ihren Bauwerken die Geschichte, die hinter ihr liegt. Die Altstadt mit den Vierteln (spanisch barrios) El Pópulo, La Viña und Santa María steht in starkem Kontrast zu den Hochhäusern der modernen Neustadt. Das Stadtbild wird durch viele kleine Plätze geprägt. Die Einwohner von Cádiz werden Gaditanos genannt.

Mein Hotel liegt in der Altstadt, somit sind viele historische Bauwerke vom Hotel aus zu Fuß leicht erreichbar. Bevor ich losstapfte, beschäftigte ich mich noch mit den Zugverbindungen und buchte meine Tickets. Es bleibt dabei:

1. Cádiz-Barcelona
2. Barcelona-Nizza
3. Nizza-Triest
4. Triest-Wien

Das bedeutet, ich übernachte 3 Mal. Die Übernachtungen hab ich mit booking.com gebucht. Ich HOFFE, dass alles so klappt, wie ich mir das vorstelle.


Impressionen aus Cádiz:






















Freitag, 6. Oktober 2023

Tag 51: Atlanterra bis Cádiz

Atlanterra bis Cádiz:

Die Rezeption hat Wort gehalten! Ich konnte um 7 Uhr 30 frühstücken gehen. Als einziger Gast :-) Das Frühstück war sehr reichhaltig. Ich glaub, so gut hab ich in Spanien noch gar nicht gefrühstückt. Mein Navi zeigte eine Temperatur von 21 °C an. Der Wetterbericht meldete Sonne bei einer Tageshöchsttemperatur von 28 °C. Dazu wieder Wind mit einer Windstärke von 28 bis 36 km/h mit Windstößen von bis zu 54 km/h.

Um 8 Uhr 31 fuhr ich los. Das Hotel lag genau auf meiner Route, also musste ich nur losfahren. Zuerst auf der küstennahen Regionalstraße. Der Radweg neben der Straße war nicht wirklich einladend. Aber ab Barbate hatte ich einen richtig schönen Radweg neben der Straße. Sogar grün gefärbt. Ich fuhr einen Naturpark entlang. Richtig schön! Pinien, wohin ich schaute, und das Meer tauchte nach einem Ausflug ins Hinterland auch wieder auf.






Auch in Küstennähe hatte ich heute immer wieder einen Radweg. Ich genoss es, einmal nicht auf A- oder C-Autobahnen zu fahren, sondern auf richtigen Radwegen oder zumindest auf kaum befahrenen Straßen. Durch Pinienwälder fuhr ich auch in Küstennähe.








In Novo Sancti Petri musste ich die Küste verlassen, um den Parque Natural Bahía de Cádiz zu umfahren. Und damit war es auch aus mit der Idylle. Ich fuhr durch Chiclana de la Frontera und konnte nur noch teilweise auf Radwegen fahren. Und die Straßen waren ziemlich stark befahren. Kaum hatte ich die Stadt verlassen, schickte mich mein Navi auf die Piste. Nach Cádiz führt wieder nur eine Autovia. Und ich war heilfroh, diesmal nicht auf der Autobahn fahren zu müssen. Die Piste verlief entlang der Bahn und war recht gut zu befahren. Zumindest meistens.




Die Häuser von Cádiz sah ich schon lange, bevor ich in der Stadt war.


Ich hielt Ausschau nach einer Ortstafel, sah jedoch keine. Aber der Bahnhof, an dem ich vorbeikam, zeigte Cádiz an. Ich war tatsächlich in CÁDIZ!



Ich fuhr zuerst noch durch die ganze Stadt bis zur Insel mit dem Castillo de San Sebastian, bevor ich mein Hotel aufsuchte.








Um 17 Uhr 30 stand ich vor meinem Hotel.


ICH BIN MIT DEM RAD VON WIEN BIS CÁDIZ GEFAHREN!


Insgesamt bin ich ab Wien eine Strecke von 3.831,55 km gefahren und hab dabei in Summe 24.622 Höhenmeter gemacht.

Einige Pannen waren dabei: mir wurde gleich am ersten Tag meiner Tour die rechte Packtasche gestohlen. Ich kaufte mir am nächsten Tag zwei neue Packtaschen. Den fehlenden Inhalt (Abendgarderobe und Schuhe sowie eine Flasche mit Dichtverschluss) kaufte ich auf Etappen nach. Die Fixierung für das Schutzblech für mein hinteres Rad ist gebrochen. Ich montierte es ab und entsorgte es, es hätte sonst meinen Reifen aufgescheuert. Mein Sattel ist eingerissen. Ich klebte den Riss mit Isolierband zu. Das hat tatsächlich gehalten. In Gibraltar stellte ich fest, dass eine Speiche an meinem hinteren Rad abgebrochen war. Ich bog die Speiche und verband das Ende mit Isolierband mit der "übernächsten" Speiche. Auch das hat gehalten.

Mein nächstes Vorhaben ist die Rückfahrt! Vorgebucht hatte ich nichts, da ich bei so einer langen Tour nicht auf den Tag genau abschätzen kann, wann meine Rückfahrt beginnen kann. Vorbereitet hatte ich jedoch mehrere Varianten:

- Rückfahrt mit dem Flugzeug ab Jerez de la Frontera (34 km von Cádiz entfernt)
- Rückfahrt mit dem Flixbus ab Lissabon (ab Cádiz gibt es nichts; Lissabon ist gar nicht mehr so weit entfernt)
- Überfahrt mit der Fähre von Algeciras nach Tanger MED, anschließend Überfahrt mit der Fähre von Tanger MED nach Genua und Rückfahrt mit dem Zug von Genua nach Wien
- Rückfahrt mit dem Zug in mehreren Teilen

Für einen Flug hätte ich mein Rad zerlegen und in einem Karton verpacken müssen, der ein bestimmtes Maß nicht überschreiten darf. Das wäre sich nicht ausgegangen. Außerdem hab ich zu viel Gepäck. Das Rad geht als Sondergepäck, aber meine Packtaschen wiegen zusammen in etwa 28 bis 30 kg. Das hätte mir Übergepäck eingebracht.
Mit dem Flixbus hätte ich ebenfalls das Rad zerlegen und in einer Tasche oder einem Koffer verstauen müssen, um es als Sondergepäck im Gepäckraum mitnehmen zu dürfen. Flixbus hat nicht auf allen Strecken einen Fahrradträger.
Mit der Fähre trau ich mich nicht als Frau alleine, muss ich ehrlicherweise zugeben. Das hätte ich mit Rainer gemacht, der ja vorzeitig zurückgefahren ist.

Somit blieb nur noch der Zug. Allerdings geht das nur auf Etappen. Eine Direktverbindung gibt es nicht. Ohne 1 oder zwei Pausen von mehr als 8 Stunden ist keine Verbindung zu finden. Da ich ohnehin nicht ohne Übernachtungen fahren kann, such ich mir die Zwischenstopps mit Übernachtung gleich selbst aus. Ich möchte bei den Etappen möglichst wenig umsteigen müssen. Jedes Umsteigen bedeutet Stress.

Meine bisher bevorzugte Lösung wäre:
1. Cádiz-Barcelona
2. Barcelona-Nizza
3. Nizza-Triest
4. Triest-Wien

3 Übernachtungen!

Ich denk morgen noch einmal darüber nach. Auf jeden Fall mache ich hier in Cádiz 2 Tage PAUSE. Ich hab mein Hotel gleich für 3 Übernachtungen gebucht. Morgen steht Relaxing und Sightseeing auf dem Programm :-)

Abendessen war ich auch schon. Auf dem Plaza de la Catedral.





Mittagessen: Brot mit Käse, danach einen Topfenkuchen mit Kaffee, 1 Liter Agua con gas in einem Café in Chiclana de la Frontera.
Übernachtung: Hotel Patagonia Sur - ich hab ein Familienzimmer mit zwei Badezimmern (!!), ich hab also die Wahl :-), Zimmer riesengroß mit Schreibtisch und Couch, zwei Fernsehern, gepflegt, WLAN funktioniert super. Mein Fahrrad steht in der Hotelgarage. Preis in Ordnung.
Abendessen: Tagliatelle mit Käsesauce, 3/4 Liter Agua con gas.

Gesamtstrecke 91,97 km
Zeit in Bewegung 6 h 01'
Gesamtzeit 8 h 58'
Temperatur in der Früh 21 °C, tagsüber bis zu 31 °C
Sonne pur den ganzen Tag, etwas windig

Summe aller Steigungen: 643 m
Höhe Atlanterra: 37 m ü NHN
Höhe Cádiz: 18 m ü NHN